Märkte am Morgen: Ölsaaten

Trockenheit zieht Schrot nach oben


In Argentinien schwindet die Hoffnung auf eine gute Ernte. Brasilien kämpft mit der Logistik und die Rohölpreise geben deutlich nach.

Sojakomplex: Nach den Verlusten vom Montag konnte die Bohne am Dienstag wieder leicht zulegen. Der März schloss mit einem Plus von 3,75 Cent bei 10,38 US-$/bushel (310,82 €/t). Sojaschrot verteuerte sich deutlich um 9,30 US-$/bushel auf 386,50 US-$/short ton (347,25 €/t) und klettert bis heute Morgen auf 391,40 US-$/short ton (351,66 €/t). Sojaöl gibt dagegen um 0,43 Cent auf 31,19 Cent/pound (580,44 €/t) nach.

Die Blicke der Händler sind weiter nach Argentinien gerichtet. Trotz einiger Regenschauer und etwas niedriger Temperaturen hat sich an der grundsätzlichen Lage beim weltweit drittgrößten Sojaproduzenten und wichtigsten Sojaschrotexporteur nichts geändert. Die Aussichten für die kommenden Wochen lassen keinen Umschwung erwarten. Lediglich im Norden des Landes wird die Situation etwas besser eingeschätzt. Mit jedem weiteren zu trockenen Tag schwindet die Hoffnung, dass die Pflanzen die Folgen des bisherigen Wassermangels kompensieren können. Die früh gepflanzten Bohnen befinden sich in der kritischen Phase der Hülsenfüllung, in der eine ausreichende Wasserversorgung notwendig ist. Argentinische Erzeugerorganisationen rechnen mit einem Rückgang der Erträge in den zentralen Anbauregionen von 27 Prozent.


Die aktuellen Ernteschätzungen argentinischer Experten liegen in einem Bereich von 46,5 bis 48,0 Mio. t. Dort reiht sich nun auch der US-Analyst Dr. Michael Cordonnier ein, der seine bisherige Prognose um 2 auf 47 Mio. t senkt. Das USDA erwartete im Februar-Wasde noch 54 Mio. t. Im neuem Wasde, der am 8. März erscheint, wird mit einer deutlichen Reduzierung gerechnet.

Brasilien wird dagegen möglicherweise das Ergebnis der Rekordernte 2017 übertreffen. Unter dem großen brasilianischen Angebot leiden die US-Exporte. Von den erwarteten 57,15 Mio. t wurden bisher erst 78 Prozent verkauft, das ist der niedrigste Wert in den vergangenen fünf Jahren, in denen der Durchschnitt bei 91 Prozent lag. Vor allem auf dem chinesischen Markt haben die USA Marktanteile an Brasilien verloren. Die große Ernte verursacht aber auch logistische Probleme, die zu anziehenden Lkw-Frachtraten und steigenden fob-Preisen in den brasilianischen Häfen führen.

Raps: Weder der schwache Euro noch die festeren Sojakurse konnten Raps an der Matif Impulse geben. Der Mai legte um 75 Cent auf 359,50 €/t zu. Trotz der Furcht vor Auswinterungsschäden notierten die Termine für die neue Ernte unverändert oder leicht schwächer. Canola konnte um 30 Cent auf 517,30 Can-$/t (330,92 €/t) zulegen. Nach den satten Gewinnen vom Montag erhöhten die kanadischen Farmer ihre Verkaufsaktivitäten und begrenzten so den weiteren Kursanstieg.

Palmöl: Am Palmölmarkt bewegte sich gestern wenig. Der meistgehandelte Mai-Kontrakt schloss mit einem Plus von 2 Ringgit bei 2.542 MYR/t und steht heute Morgen bei 2.547 MYR/t. Den nächsten Widerstand sehen Analysten bei 2.562 MYR/t.

Rohöl: Die steigende US-Produktion schürt die Angst vor wachsenden Lagerbeständen. Auch der festere US-Dollar belastete am Dienstag den Ölmarkt. Das Fass Brent verbilligte sich um 87 Cent auf 66,63 US-$ und wird heute Morgen mit 66,40 gehandelt. WTI gab um 90 Cent auf 63,01 US-$ nach und steht heute Morgen bei 62,71 US-$.

Euro/US-Dollar: Der neue Fed-Chef, Jerome Powell, will an dem Kurs seiner Vorgängern Janet Yellen festhalten, so die Einschätzung nach einer Anhörung Powells im Repräsentantenhaus. Für das laufende Jahr werden weitere moderate Zinsanhebungen erwartet, die erste bereits im März. Diese Aussichten und die unerwartet robuste US-Konjunkt geben dem US-Dollar Rückenwind. Der Euro verlor gestern kräftig und fiel bis zum Ende des elektronischen Aktienhandels in Frankfurt um 1 Cent auf 1,2243 US-$. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,2226 US-$ erneut schwächer.

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