Märkte am Morgen: Ölsaaten

US-Bohnen auf dem Weltmarkt gefragt


Die niedrigen Preise in den USA locken Käufer an. China baut seine Sojabestände ab und Malaysia will mehr Palmöl als Biodiesel nutzen.

Sojakomplex: Der Sojamarkt scheint vorerst einen Boden gefunden zu haben. Bei größeren Ausschlägen nach oben und unten bewegen sich die Notierungen für den Frontmonat August seit Anfang Juli um die 8,40 US-$/bushel. Gestern konnte der Markt den dritten Tag in Folge steigen, das gab es zuletzt vor zwei Monaten. Die Gewinne blieben mit zwei bis drei Cent erneut klein. Die August-Bohne legte um 2,75 Cent auf 8,42 US-$/bushel zu und notiert heute Morgen bei 8,43 US-$/bushel (265,91 €/t). Sojaschrot gab um 90 Cent auf 328,20 US-$/short ton (309,64 €/t) nach und Sojaöl legte um gut 1 Prozent auf 28,07 Cent/pound (531,30 €/t) zu.

Die billigen US-Bohnen ziehen Käufer aus aller Welt an. Das USDA meldete gestern einen Verkauf von 199.500 t nach Pakistan. China verkaufte gestern 140.000 t Sojabohnen aus staatlichen Reserven, damit fand knapp ein Drittel der angebotenen Menge Käufer. Die Preise in den USA sind inzwischen auf ein Niveau gefallen, das Exporte nach China trotz der 25-prozentigen Strafzölle möglich macht. Analysten gehen davon aus, dass die Volksrepublik im Herbst wieder US-Bohnen importieren muss, weil Brasilien allein nicht in der Lage ist, den Bedarf zu decken.

Vom wöchentlichen Exportbericht des USDA erwartet der Handel 200.000 bis 500.000 t Sojabohnenverkäufe aus der alten und 100.000 bis 500.000 t aus der neue Ernte. Der Verkauf von Sojaschrot wird auf 75.000 bis 350.000 t geschätzt, Sojaöl mit 8.000 bis 40.000 t.

Raps: Der Frontmonat August verbuchte gestern einen kleinen Gewinn von 25 Cent auf 360,50 €/t. Spätere Termine konnten um bis zu 2,50 €/t zulegen. Der November ging mit einem Plus von 2,00 € bei 367,00 €/t aus dem Handelstag. Auch in Winnipeg war die Stimmung freundlich. Der November stieg um 3,60 Can-$ auf 491,90 Can-$/t und notiert heute Morgen um 80 Cent schwächer.

Die Kanadischen Canola-Exporte bleiben im Wirtschaftsjahr 2017/18 hinter dem Vorjahr zurück. Bis einschließlich Mai wurden 8,75 Mio. t ins Ausland verkauft, das waren 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Positiv entwickelt haben sich dabei die Ausfuhren nach China, die um 8,4 Prozent auf 3,63 Mio. t stiegen. Die Exporte nach Deutschland haben sich von 94.000 auf 43.000 t mehr als halbiert.

Palmöl: Ein schwächerer Ringgit und festere Sojaölnotierungen sorgten an der Börse in Kuala Lumpur für Gewinne von 2 Prozent. Der meistgehandelte Oktober-Kontrakt legte um 41 Ringgit auf 2.211 MYR/t zu. Heute Morgen gibt Palmöl mit Verlusten von 8 Ringgit einen Teil der Vortagsgewinne wieder ab.

Die Regierung Malaysias plant, die Biodieselbeimischung anzuheben. Ab der zweiten Jahreshälfte 2019 soll die Quote von derzeit 7 auf 10 Prozent steigen. Die höheren Rohölpreise würden eine Anpassung möglich machen, begründete ein Regierungsvertreter die Entscheidung. Die stärkere Biodieselnutzung war seit längerer Zeit geplant, wegen niedriger Rohölpreise aber verschoben worden.

Rohöl: Trotz einer Rekordproduktion und überraschen stark gestiegener Rohölvorräte in den USA zogen die Ölpreise am Mittwoch um 1 Prozent an. WTI wird heute Morgen mit 68,71 US-$ gehandelt. Das Fass Brent kostet 73,75 US-$. Die EIA meldete am Mittwoch, dass die Rohölbestände in der Woche bis zum 13. Juli um 6,8 Mio barrel gestiegen sind. Analysten hatten einen Rückgang erwartet. Die US-Ölproduktion stieg um 100.000 barrel auf 11 Mio. barrel täglich, das ist der höchste von der EIA veröffentlichte Wert seit der erstmaligen Veröffentlichung der wöchentlichen Statistik im Jahr 1985. Als Preistreiber erwiesen sich die Benzinbestände, die im Vergleich zur Vorwoche um 3,2 Mio. barrel schrumpften.

Euro/US-Dollar: Der Euro gab gestern zunächst einen halben Cent auf 1,16 US-$ nach, konnte sich dann aber wieder erholen. Heute Morgen wird der Euro mit 1,1648 US-$ gehandelt.

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