Märkte am Morgen: Ölsaaten

Versöhnliche Töne im Handelsstreit

Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping lässt den Sojahandel jubeln. Nach dem 1. Januar 2019 soll es keine zusätzlichen gegenseitigen Zölle geben.

Trump habe eingewilligt, die Zölle auf chinesische Waren innerhalb der nächsten 90 Tage nicht wie geplant zu erhöhen, sondern weiter zu verhandeln, um eine Einigung in mehreren Handelsfragen zu erzielen. Damit dürften den US-Sojabohnenhändlern ein Stein vom Herzen fallen. Denn mit den Kommentaren aus Argentinien könnten in absehbarer Zeit wieder US-Sojabohnen nach China eingeführt werden. Unter dieser Maßgabe steht der Börsenhandel am heutigen Montag unter komplett neuen Voraussetzungen. In den vergangenen Wochen gab es hohe Kursverluste in Chicago. Am Freitag stand der Handel an den Ölsaatenbörsen unter dem Eindruck der bevorstehenden Gespräche zwischen Trump und Jinping.

Sojakomplex: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) gibt einen Verkauf von 120.000 t Sojabohnen an eine unbekannte Destination zur Lieferung im  laufenden Wirtschaftsjahr 2018/2019 bekannt. Die Januar-Bohne steigt um 7,50 Cent auf 8,94 US-$/bushel (umgerechnet 290,50 €/t). Überschaubar positiv geht Sojaschrot für den Januar-Termin mit 310,50 US-$/short tons (umgerechnet 302,80 €/t) aus dem Handel. Händler erwarten Kursausschläge nach oben und unten, wenn die Märkte am Sonntagabend wieder öffnen. Kurzfristig sei die Tendenz nach oben gerichtet. Langfristig tendiert die Entwicklung bei Ölsaaten wegen der hohen Bestände nach unten. In Brasilien brummt derzeit das Exportgeschäft mit Sojabohnen. Im November erreichen die Ausfuhren mit schätzungsweise 5 Mio. t einen neuen Rekordstand.

Raps: Der Canola-Handel an der  ICE-Plattform verlief unruhig, da alle Marktnehmer auf den Ausgang der Gespräche zwischen Trump und Jinping warteten. Wie an der Chicagoer Börse überwiegt die positive Stimmung bei Canola. Am Freitagabend schließt der Januar-Kontrakt um 0,90 auf 479,40 kan.-$/t höher als am Vortag. Von einem schwächern kanadischen Dollar gibt es Unterstützung. Zum Wochenende kann der Rapstermin an der Euronext in Paris um 1 auf 370,50 €/t zulegen.

Palmöl: Die Palmöl-Futures schließen den dritten Tag in Folge höher, vor allem wegen der Gewinne am Freitag von Sojaöl in Chicago auf 28,06 US-Cent/pound. Die Benchmarke für Palmöl zur Lieferung im Februar steigt am Freitag an der Malaysia Derivatives Exchange um 0,6 Prozent auf 2.040 Ringgit (umgerechnet 487,80 US-$/t). Auch in der Palmölbranche dürfte es ein Aufatmen geben, wenn sich der Handelsstreit zwischen den USA und China beruhigen würde.

 

Rohöl: Die Ölpreise sind am Freitag gefallen. Die Nordseesorte Brent kostet 58,71 US-$/Barrel, 80 Cent weniger als am Vortag. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 62 Cent auf 50,84 US-$/Barrel (159 Liter). Am Ölmarkt belastet weiterhin ein Überangebot auf dem Weltmarkt die Kurse. Zum einen hatte die US-Regierung bei den Sanktionen gegen das Opec-Land Iran zahlreiche Ausnahmen zugelassen. Zum anderen war die Fördermenge in dem führenden Opec-Staat Saudi-Arabien auf ein neues Rekordhoch gestiegen. In dieser Woche dürfte auf dem Opec-Treffen eine Drosselung der Ölproduktion Thema sein.

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