Märkte am Morgen: Getreide

EU eröffnet zollfreie Kontingente für die Ukraine


Zum Ende der ersten Handelswoche im neuen Jahr treffen unterschiedliche Strömungen aufeinander. Die Kältewelle in den USA ist teilweise eingepreist, zudem herrschen günstige Bestandsentwicklungen in Russland. Die EU erlaubt mehr Maisimporte aus der Ukraine.

Weizen: Die Lage in den USA ist wegen der Kältewelle weiter angespannt. Die Logistikprobleme auf den teilweise vereisten Flüssen der Vereinigten Staaten aufgrund der Minustemperaturen sorgen für eine gewisse Vorsicht auf dem Markt. Im Börsenhandel sind die Bedenken über größere Auswinterungsschäden in den US-Plains - je länger der Winter anhält - allmählich in den Notierungen eingepreist. Nach Gewinnmitnahmen endet der Januar-Weizen am Donnerstag mit 4,34 US-$/bushel schwächer. Relativ günstige Bedingungen in Russland und der Ukraine belasteten zunehmend die Kurse.

Besonderes Augenmerk gilt derzeit dem Hard Red Winter. Der Winterweizen wird vor allem in den US-Plains im US-Bundesstaat Kansas angebaut. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) bewertete den Winterweizen in Kansas Ende Dezember mit 37 Prozent als gut bis sehr gut, nach 51 Prozent im Vormonat und vor dem Höhepunkt der Kältewelle zu Beginn dieser Woche.  An der Börse in Kansas schlossen die Hard-Red-Winter-Kurse niedriger am Donnerstag, nachdem zuvor Gewinne auf ein neues Sechs-Wochen-Hoch zusteuerten.

Frankreich wieder an der Spitze

Aus Paris kommen erfreuliche Meldungen. Der Weizenkontrakt für März überspringt mit 160,50 €/t eine wichtige physiologische Marke. Indes ist die Stimmung am europäischen Weizenmarkt weiter gedämpft. Franzreich hat als wichtigstes Exportland für Weizen in der EU vor Rumänien wieder seinen Spitzenplatz eingenommen. Die Ausfuhren summieren sich laut AgriMer von Juli bis Weihnachten 2017 auf 2,9 Mio. t. Deutschland schmiert mit 841.000 t im 1. Halbjahr 2017/18 mit einem Minus von 62 Prozent gegenüber Vorjahr regelrecht ab. Einen ausführlichen Bericht über die EU-Weizenexporte lesen Sie in der heutigen Ausgabe der agrarzeitung (az).

Mais: Ein gewisser Druck ist auf dem US-Maismarkt spürbar. Auslöser sind die etwas besseren Wetteraussichten in Südamerika. Am Donnerstag  geht der Mais-Kontrakt für Januar um 2 Cent bei 3,51 US-$/bushel etwas schwächer aus der Handel.

Angebotsdruck ist an den europäischen Getreide- und Maismärkten zu erwarten. Anfang 2018 eröffnet die EU-Kommission einige zollfreie Importkontingente für rund 1 Mio. t Weizen sowie 1,1 Mio. t für Mais, berichtet die französische Getreideagentur AgriMer. Während die Weizenmenge gegenüber Vorjahr in etwa gleich hoch ausfällt, darf die Ukraine ungefähr 625.000 t mehr zollfreien Mais vor allem nach Spanien und Portugal einführen. An der Euronext in Paris schwächelt der Mais-Frontmonat bei 154,50 €/t. Auch an der CBoT kann sich Mais einer gewissen Schwäche nicht erwehren und schließt bei 3,51 US-$/bushel für den März. Dennoch bleiben Händler optimistisch und glauben an eine Maisrally zu Jahresbeginn.

Euro/Dollar: Langsam nähert sich der Euro der Marke von 1,21 US-$. Unberirrt davon zeigen sich die Aktienmärkte in Hochstimmung.


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