Markt am Mittag

Desolate Situation bei den deutschen Ölmühlen

Beim Weizen gibt es kaum Bewegung. Was Raps betrifft, sieht die Lage aber noch weit pessimistischer aus.

Am heutigen Donnerstag zeigen sich die Kurse für Weizen an den Terminmärkten erneut von der schwächeren Seite. An der Matif notiert Weizen für den Mai-Termin bei 160 €/t um 0,50 €/t schwächer. Der Rapsmarkt notiert aktuell um 347,50 €/t gegenüber gestern um 2,25 €/t schwächer.

Markttendenz
Beim Weizen lässt eine Ausschreibung nach Saudi Arabien auf bessere Preise hoffen. Beim Raps bleibt wenig Phantasie für Preissteigerungen aufgrund der argentinischen Importe.



Die Weizenpreise zeigen kaum Bewegungen. Anfang der Woche zogen die Kurse in Paris leicht an. Heute fielen sie wieder zurück. In Chicago ließen die Wettersorgen bzw. die Trockenheit in den US-Anbaugebieten die Kurse kurzzeitig steigen. Dennoch bleiben die Erlöse hierzulande für die Landwirte im Moment mit 150 €/t Basis Februar 2018 für Brotweizen ab Hof rund um den Seehafen Rostock weiter unbefriedigend.

Es gibt kaum Verkaufsbereitschaft. Dabei zahlen die Mischfutterwerke in Südoldenburg weiterhin die besseren Kurse als die Abnehmer an den Hafenplätzen. Rund 170 €/t franko Südoldenburg für Februar/März 2018 werden für Futterweizen bezahlt. In Hamburg werden für Brotweizen mit 12,5 Prozent Protein und 250 sec. Fallzahl maximal 164 €/t Basis Februar 2018 bezahlt.

Am Wochenende wird eine neue Ausschreibung von 715.000 t Brotweizen mit 12,5 Prozent Protein nach Saudi Arabien erwartet. Jetzt hoffen die Händler sowie die Landwirtschaft gleichermaßen, dass auch deutscher Weizen dorthin verkauft werden kann, damit der Export endlich anläuft.

„Der Rapsmarkt liegt durch die Billigimporte von hoch subventioniertem argentinischen Biodiesel am Boden“, skizierte ein Händler die Situation gegenüber der agrarzeitung.de. Seit November 2017 sollen schon 700.000 t dieser Ware nach Europa geliefert worden sein. Die hiesigen Ölmühlen haben kaum eine Chance, den auf Rapsöl basierten Biodiesel zu vermarkten. Die Folge: Die hiesigen Ölmühlen reduzieren drastisch die Verarbeitung von Rapssaaten, weil die Tanks mit Rapsöl überlaufen.

Das Potential für weitreichende Preissteigerungen wird angesichts des oben skizierten Szenarios zunehmend als skeptisch gesehen. Der Markt wartet dringend auf eine politische Entscheidung, diese Importe durch Zölle zu vermindern, da auch die Preisgestaltung der Rapssaat der neuen Ernte 2018 unmittelbar davon betroffen ist. Franko Hamburg werden für die Rapssaat für die Lieferung im April 2018 348,00 €/t gezahlt. Salzgitter ist wie häufig bisher mit deutlich höheren Kursen am Markt. 355 €/t bis 357 €/t sind aufgerufen.

Der Kassamarkt liegt auch in dieser Woche brach. Auch für Vorverkäufe der Ernte 2018 sind die Kurse mit 340 €/t franko Ölmühle bzw. 330 €/t ex Ernte 2018 ab Hof den Erzeugern oft zu niedrig.

 

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