Märkte am Mittag

Weizenpreise schwächeln


Die Preisgebote der Exporteure bleiben in Norddeutschland deutlich niedriger als die Kaufideen der Mischfutterindustrie in Südoldenburg. Die russischen Exporteure bestimmen weiter den Markt.

Markttendenz

Beim Weizen gibt es nach wie vor keine Anzeichen für eine bessere Nachfrage im Export. Aus der Sicht der Händler werden die EU-Ausfuhren angesichts dieser Situation auf ein Fünf-Jahres-Tief fallen.

Der Kassamarkt bei Raps und Soja liegt brach. Die Händ­ler und der Markt blicken mittlerweile der Realität ins Auge und erkennen die weltweite überreichliche Versorgung mit Ölsaaten. Auch für Vorverkäufe der Ernte 2018 sind die Kurse mit 342 €/t franko Ölmühle bzw. 330 €/t ex Ernte 2018 ab Hof den Erzeugern oft zu niedrig.




Am heutigen Mittwoch zeigen sich die Kurse für Weizen an den Terminmärkten erneut von der schwächeren Seite. An der Matif notiert Weizen für den März-Termin bei 155,50 €/t unverändert. Der Rapsmarkt notiert aktuell um 346,50 €/t gegenüber gestern um 1,0 €/t schwächer.

In 2017/18 haben sich die russischen Exporte gegenüber dem Vorjahr mit 28 Mio. t Getreide um 34 Prozent erhöht. Davon entfielen 21,8 Mio. t auf Weizen (plus 34 Prozent) und 3,6 Mio. t auf Gerste (plus 2 Prozent). Ähnlich sieht es in der Ukraine aus, die bisher in 2017/18 gut 21,3 Mio. t Getreide exportierten, davon 11,4 Mio. t Weizen, 3,8 Mio.t Gerste und 6 Mio. t Mais. „Für die Ausfuhren aus der EU bedeutet der derzeitige feste Euro-Dollar-Kurs nichts Gutes“, meinte ein Hamburger Weizenhändler.

Das französische Analysehaus Tallage geht davon aus, dass die EU im Frühjahr 2018 beim Weizenexport weitere Marktanteile an Russland verlieren wird. Die Analysten senkten die Export­prognose für 2017/18 um weitere 750.000 Tonnen auf 21,6 Mio.t. Die EU-Kommission erwartet bisher für 2017/18 ein Exportpotenzial von 26 Mio. t Weichweizen.

Die Raps- und Sojapreise steigen heute an. In den USA haben die Sojaprei­se von dem schwächeren US-Dollar profitieren können. Die Bedingungen für die heranwachsende Sojaernte in Südamerika haben sich etwas verbessert. Auch die Rapspreise können sich heute etwas erholen. Mit Kaufideen von 342 €/t franko Ölmühle haben die Kurse in den vergangenen zwei Wochen um gut 16 €/t nachgegeben. Die höhere australische Rapsernte, von der ein Großteil der Exporte nach Deutschland verschifft wird, übt Druck auf die Kurse aus. Der sehr schwache Palmölmarkt sowie der feste Eurokurs haben zudem zu diesem Preisabsturz geführt.

 

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