Markt am Mittag

Rapspreise stehen unter Druck

An den Getreidenmärkten gibt es derzeit wenig Impulse. Bei Raps geht es rasant bergab.



Markttendenz

Es stellt sich weiter die Frage, wie der Weizenmarkt reagiert, wenn in der Erzeugerstufe eine Verkaufswelle einsetzen wird. Die Landwirtschaft muss sich noch weiter in Geduld üben, bis der Export anspringt. Bei der Gerste haben die Verkäufe nach Saudi-Arabien zu einer lebhaften Nachfrage in der Erzeugerstufe geführt.
Beim Raps haben an der Matif die Kurse deutlich verloren. Die Ölmühlen bleiben zurückhaltend, da die Preise für Rapsöl zurzeit wenig Potential nach oben bieten.


Am heutigen Donnerstag zeigen sich die Kurse für Weizen an den Terminmärkten erneut von der schwächeren Seite. An der Matif notiert Weizen für den März-Termin bei 154,75 €/t um 0,25 /t so gut wie unverändert. Der Rapsmarkt ist deutlich unter die Räder gekommen und notiert aktuell um 348,50 €/t gegenüber gestern um 3,50 €/t schwächer.

Die Getreidemärkte kommen weiterhin nicht richtig in Bewegung. In der EU sind mehr als fünf Prozent der Wintersaaten aufgrund der hohen Niederschläge nicht ausgesät worden. Eine EU-Rekordernte 2018 ist nicht zu erwarten. Aus Russland wird berichtet, dass 95 Prozent der Feldbestände wegen der milden Witterung nach Aussagen des dortigen Agrarministeriums in einem guten Zustand sind. Ähnlich gute Zahlen vermeldet die Ukraine: 86 Prozent vom Wintergetreide und 89 Prozent der Rapssaat werden positiv beurteilt. Russland liefert weiterhin kräftig Weizen zu Preisen von unter 195 US-$/t auf die Weltmärkte. Das entspricht einem Preis für den B-Weizen von nur 165 €/t fob Seehafen Rostock oder Hamburg. Deutscher Weizen ist zu diesen Kursen nicht konkurrenzfähig. Durch die milde Witterung gibt es bislang keine Anzeichen auf eine Unterbrechung der Verladungen in Russland, der Ukraine und Rumänien.

Soja gibt nach

An der Börse in Chicago konnten die Sojakurse nach dem langen Wochenende in den USA den Aufwärtsschwung durch die USDA-Zahlen nicht mitnehmen und gaben nach. An der allgemeinen Nachrichtenlage hat sich allerdings nicht viel geändert. Die Wachstumsbedingungen in Argentinien scheinen nach wie vor nicht optimal zu sein, während durch weitere Regenfälle in Brasiliens Anbaugebieten dort weiter auf eine Rekordernte spekuliert wird. Ein Rückblick auf die letzten Jahre lässt allerdings nach Meinung von einem Hamburger Sojahändler Zweifel aufkommen, ob die Informationen aus Argentinien immer auf den Punkt die Realität wiedergeben.

Gefühlt kamen die dortigen Ernten in den letzten Jahren, nach lange berichteten "katastrophalen" Bedingungen meistens besser rein, als erwartet. Die Rapspreise stehen deutlich unter Druck. Die Kaufideen bewegen sich nur noch um 346 €/t franko Ölmühle für die Lieferung im Mai 2018.

stats