Frei lesbar: China

Schweinefleisch aus der EU bekommt Konkurrenz

In Folge der Afrikanischen Schweinepest muss China seine Importe von Schweinefleisch deutlich erhöhen.
Bild: Pixabay / TheDigitalArtist
In Folge der Afrikanischen Schweinepest muss China seine Importe von Schweinefleisch deutlich erhöhen.

Der Burgfriede im Handelsstreit zwischen den USA und China verleiht US-Exporteuren Rückenwind. Schweinefleisch aus den Vereinigten Staaten dürften gute Chancen haben, die „ASP-Lücke“ in der Volksrepublik zu stopfen.

Die Preise für Schweinefleisch in den USA ziehen in Folge der Ankündigungen aus China, Agrarprodukte von weiteren geplanten Zollerhöhungen im Zuge des Handelsstreits mit den USA auszunehmen, deutlich an. Die chinesische Regierung sei darum bemüht, die Importe von Schweinefleisch anzukurbeln. Damit reagiere Beijing auf die steigenden Preise im Inland infolge der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die sich in China und in anderen asiatischen Ländern rapide ausbreitet, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Die Vereinigung der US-Schweineerzeuger bezeichnete den Seuchenzug der ASP in Asien Bloomberg zufolge als „einmalige Chance“ – und forderte noch am Donnerstag, die gleichen Möglichkeiten wie andere Nationen ein, diese Marktchancen auch wahrnehmen zu können. Der Produktionsrückgang in China aufgrund der ASP beträgt Marktteilnehmern zufolge rund 25 Prozent.

Die aktuelle Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China könnte indessen negative Auswirkungen auf die EU-Schweinefleischexporte haben. Die Rabobank hatte in einer erst kürzlich veröffentlichten Marktanalyse noch erwartet, dass die EU trotz ihrer relativ hohen Preise den bisherigen Exportrekord nach China von mehr als 3 Mio. t aus dem Jahr 2016 in diesem Jahr übertreffen wird. Die Menge könnte demnach 2020 sogar auf 4 Mio. t steigen, das wäre fast doppelt so viel wie im Jahr 2018. Die Rabobank-Analysten weisen in dem Bericht darauf hin, dass die USA im Prinzip die besten Voraussetzungen für Exporte nach China hätten, aufgrund des Handelsstreits dieses Potenzial aber nicht ausschöpfen könnten. Stehen die Zeichen im Handelsstreit nun nachhaltig auf Entspannung, könnte sich die Situation zum Vorteil der US-Schweinefleischexporteure ändern.

China wird US-Sojabohnen und Schweinefleisch vorerst von seinen geplanten Zollerhöhungen für US-Erzeugnisse ausnehmen. Das meldete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bekannt gegeben, die nächste Runde an Zollerhöhungen auf chinesische Importe im Wert von 250 Mrd. US-$ vorerst zu verschieben von den 1. auf den 15. Oktober. Nach Informationen des Handelsministeriums in Beijing haben chinesische Unternehmen damit begonnen haben, Preise für US-Erzeugnisse wie Sojabohnen und Schweinefleisch zu erfragen, berichtet der US-Fernsehsender CNBC. Anfang Oktober sind Gespräche zwischen Delegierten aus China und den USA in Washington im laufenden Handelsdisput geplant.

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