Marktausblick

Indiens Zucker erzeugt Druck

Die Europäische Union wird 2018/19 nach USDA-Schätzungen weniger als 20 Mio. t Zucker erzeugen.
Bild: Nordzucker
Die Europäische Union wird 2018/19 nach USDA-Schätzungen weniger als 20 Mio. t Zucker erzeugen.

Die globale Zuckererzeugung wird 2018/19 nicht so groß wie bisher erwartet. Dennoch drücken noch riesige Vorräte auf die Kurse, verstärkt durch Indiens Exportprogramm. Die EU-Erzeuger haben das Nachsehen.

Das US-Agrarministerium (USDA) schätzt in seinem November-Report zum Zuckermarkt, der alle halbe Jahre erscheint, die globale Erzeugung 2018/19 auf 186 Mio. t. Im Vergleich zur Prognose aus dem Mai 2018 beträgt der Rückgang 9 Mio. t. Hauptgrund ist nach Angaben des USDA die Rückstufung der brasilianischen Erzeugung um gleich 8 Mio. t.

Überversorgung bleibt bestehen

Dennoch bleibt die Überversorgung am internationalen Zuckermarkt bestehen. Denn auch die jetzt geschätzte Erzeugung ist immer noch deutlich höher als der Verbrauch, den das USDA auf 177 Mio. t schätzt. Damit bauen sich die ohnehin reichlichen globalen Zuckervorräte weiter auf. Das Ministerium rechnet mit einem neuen Rekord von 53 Mio. t.

An der Spitze der globalen Zuckererzeuger rangiert jetzt Indien. Im Einzelnen beschreibt das USDA für wichtige Produzenten folgende Trends:
  • Indien katapultiert sich 2018/19 mit einer noch nie dagewesenen Zuckererzeugung von fast 36 Mio. t an die Weltspitze. Der Verbrauch wird dort dank der wachsenden Bevölkerung mit fast 28 Mio. t ebenfalls hoch sein, doch es bleibt genug für Exporte. Sie dürften sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln auf 4 Mio. t.
  • Brasilien gibt dagegen erstmals seit 15 Jahren die Position als weltgrößtes Erzeugungsland ab. Das USDA schätzt 2018/19 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um gut ein Fünftel auf nur 30 Mio. t. Als Gründe nennt das Ministerium das ungünstige Wetter und einen höheren Anteil Zuckerrohr, das direkt zu Ethanol verarbeitet wird. Deswegen dürften die brasilianischen Zuckerexporte auf unter 20 Mio. t fallen.
  • Größere Exporte sind indes aus Thailand zu erwarten. Dort ist die Erzeugung 2018/19 zwar auch geringer, aber es gibt noch reichliche Vorräte aus der riesigen Vorjahresernte.
  • Die Europäische Union wird 2018/19 nach USDA-Schätzungen weniger als 20 Mio. t Zucker erzeugen. Der Rückgang zum Vorjahr beträgt 7 Prozent. Wegen des geringeren Angebots könnten die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 600.000 t auf 3 Mio. t zurückgehen. Für die EU-Importe rechnet das USDA 2018/19 wie im Vorjahr mit 1,5 Mio. t.

Die internationalen Zuckernotierungen tendieren nach wie vor zur Schwäche. Nach einem kleinen Zwischenhoch im Oktober sind die Londoner Weißzuckernotierungen in dieser Woche auf 338 US-$/t gefallen.

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