MARS-Report

Aussaat fällt vielerorts ins Wasser


In den blau schraffierten Regionen wurde die Herbstaussaat durch zu starke Niederschläge behindert. Rot sind jede Gebiete eingezeichnet, in denen es zu wenig geregnet hat. Lila steht für starke Trockenhet. Die roten Punkte kennzeichnen lokale Wetterextreme.
Mars
In den blau schraffierten Regionen wurde die Herbstaussaat durch zu starke Niederschläge behindert. Rot sind jede Gebiete eingezeichnet, in denen es zu wenig geregnet hat. Lila steht für starke Trockenhet. Die roten Punkte kennzeichnen lokale Wetterextreme.

Fast überall in Frankreich und dem Vereinigten Königreich (UK) waren die Witterungsverhältnisse vorteilhaft für die Feldarbeiten. Doch in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, waren die Bedingungen schwierig. Das geht aus dem jüngsten Bericht des EU-Prognosedienstes MARS hervor.

In Norddeutschland, im Norden von Polen und in Litauen haben anhaltende Regenfälle die Aussaat behindert, heißt es in dem MARS-Bericht von Montag. Am schlimmsten betroffen ist demnach Rapssaat, da das optimale Zeitfenster für die Aussaat vielerorts bereits geschlossen sei. In Spanien, Portugal und den Maghreb-Staaten war der Oktober zu trocken für die Feldarbeiten – dort wird nach Angaben der MARS-Experten Regen dringend benötigt.

Die Aussaat von Winterraps konnte dem Bericht zufolge entweder aufgrund zu starker Nässe oder zu trockener Witterung nicht wie geplant durchgeführt werden. In der Folge konnten einige Flächen mit Raps nicht wie geplant bestellt werden. Das gilt laut MARS vor allem für die Küstengebiete der Niederlande, den Norden und Osten Deutschlands, Polen und die baltischen Staaten.

Deutliche Flächenrückgänge bei Raps

In Nord- und Nordostdeutschland war bereits die Ernte anderer Kulturen verzögert. Dadurch fand auch die Aussaat von Raps verspätet statt und fiel in eine Zeit, in der es extensiv regnete. Dadurch wurden einige Flächen gar nicht mehr mit Raps bestellt, heißt es weiter. Insgesamt werde die Rapsfläche in Deutschland zur Ernte 2018 um knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen, heißt es weiter.

In Polen wird der Flächenrückgang noch deutlicher ausfallen, erwartet MARS, da die Bedingungen dort ähnlich waren wie hierzulande. Mit ungünstigen Niederschlägen hatten auch die baltischen Staaten zu kämpfen. Flächenreduktionen seien zudem auf der Iberischen Halbinsel, in Bulgarien und Rumänien zu erwarten – allerdings wegen ausgeprägter Trockenheit.

Bei Wintergetreide wie Weichweizen, Gerste, Roggen und Triticale ist die Aussaat laut MARS-Report in den westlichen, nördlichen und östlichen Teilen Europas sowie in Mitteleuropa nahezu abgeschlossen. In UK, Irland und Norddeutschland, wo Regen den Start in die Aussaatkampagne durchkreuzte, ist die Aussaat ebenfalls nahezu abgeschlossen. Dort würden sich die jungen Pflanzen gut entwickeln, was durch eine höhere als für diese Jahreszeit übliche Bodentemperatur unterstützt würde. In den skandinavischen Ländern und im Baltikum hingegen führten niederschlagsbedingte Aussaatverzögerungen zu Flächeneinschränkungen. In Spanien, wo Trockenheit die Aussaat verzögerte, beeinträchtigt mangelnde Bodenfeuchte die jungen Kulturen.

Hohe Maiserträge in Deutschland

Die Weichweizenerträge in der EU schätzen die MARS-Experten für 2017 auf durchschnittlich 5,94 t/ha, ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 1,8 Prozent über dem fünfjährigen Mittel. In Deutschland fallen die Erträge mit 7,7 t/ha zwar 0,5 Prozent höher aus als 2016/17, verfehlen den mehrjährigen Schnitt aber um 3,3 Prozent. Die Maiserträge beziffert MARS im EU-Schnitt auf 6,92 t/ha, was gut 3 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegt. In Deutschland erreichen die Erträge von Körnermais 10,1 t/ha, das sind 5,1 Prozent mehr als 2016/17 und 3,8 Prozent mehr als im fünfjährigen Schnitt. Den EU-weiten Durchschnittsertrag für Raps beziffert MARS mit 3,25 t/ha, ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2016/17 und ein Minus von 0,1 Prozent verglichen mit dem fünfjährigen Schnitt.

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