MARS-Report

Der Frost hat vor allem Raps erwischt


Europäische Wettersorgen: Die hellbblauen Streifen markieren den Frosteinbruch, die dunkelblauen Streifen einen Überschuss an Niederschlägen. In der rot gestreiften Zone im Südosten Polens ist es hingegen bedenklich trocken.
Quelle. MARS
Europäische Wettersorgen: Die hellbblauen Streifen markieren den Frosteinbruch, die dunkelblauen Streifen einen Überschuss an Niederschlägen. In der rot gestreiften Zone im Südosten Polens ist es hingegen bedenklich trocken.

Auswinterungen sind nach dem Frosteinbruch Ende Februar/Anfang März am ehesten in Ostdeutschland und Westpolen zu erwarten. Sonst stehen die Wintersaaten in Europa meist gut da.

 

Nach einem ungewöhnlich milden Winter haben die scharfen Fröste zum Monatswechsel Februar/März offenbar nur in wenigen Regionen Schäden an den im Herbst ausgesäten Kulturen angerichtet.

Geringe Frostschäden in Winterweizen könnte es nach den Modellberechnungen des EU-Prognosedienstes MARS im Nordwesten Frankreichs, in Ostdeutschland, im Westen Polens sowie im Südosten Ungarns gegeben haben. Möglicherweise sind mache Regionen in Ostdeutschland und Westpolen stärker betroffen, weil dort die sehr tiefen Temperaturen häufig mit einer fehlenden oder sehr flachen Schneedecke zusammengetroffen sind.

Raps häufiger geschädigt

Mehr noch als Winterweizen könnte Raps von Frostschäden beeinträchtigt sein. Hier nennen die Experten von MARS in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht als besonders betroffene Regionen neben Ostdeutschland ganz Polen, Tschechien und den Osten der Slowakei. Lokale Schäden könnten im Osten Ungarns und Rumäniens sowie in Bulgarien aufgetreten sein.

In Deutschland nennt MARS als Regionen mit größeren Frostschäden Teile von Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Außerdem weisen die EU-Fachleute darauf hin, dass seit Mitte Februar insbesondere in Brandenburg, Sachsen und Thüringen ausreichende Niederschläge fehlen. In allen anderen Bundesländern sind hingegen die Wasservorräte in den Böden gut gefüllt.

Frankreich leidet unter Regenüberschuss

In Frankreich ist es voraussichtlich nur lokal zu Auswinterungen gekommen. Insgesamt werden die Auswirkungen auf Wintergetreide als gering eingeschätzt, berichtet MARS. Im Raps sind Blätter abgefroren, es ist aber zu erwarten, dass die Pflanzen dies kompensieren können. Mehr zu schaffen macht vielen französischen Ackerbauern jedoch der erhebliche Regenüberschuss aus dem Dezember und Januar. Hier ist größerer Krankheitsdruck zu erwarten.

Niederschläge ungleich verteilt

Sehr trocken ist es zurzeit in Teilen von Mittel-, Nord- und Nordosteuropa. Vor allem im Zentrum Polens fehlt seit Wochen das Wasser von oben. Auch in Mitteldeutschland ist es regional zu trocken. In Spanien und Portugal haben dagegen Anfang März reichliche Niederschläge von mehr als 100 mm endlich die Wasservorräte wieder aufgefüllt. Zuvor war die Iberische Halbinsel seit dem Frühjahr 2017 durch eine anhaltende Dürre geplagt.

Aus heutiger Sicht geht MARS für 2018 von überdurchschnittlichen Getreideerträgen in der EU aus. Raps hingegen könnte gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt abfallen. Die EU-Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass diese ersten Ertragsprognosen für Winterkulturen hauptsächlich auf statistischen Trends beruhen und noch wenig Aussagekraft besitzen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 20. März 2018 09:21 | Permanent-Link

    Mars-Report

    Unterschiedliche Wetter-Apps an EINEM ORT zeigen aktuell Messtoleranzen zwischen -5 Grad bis jenseits der -10 Grad Celsius auf.
    Wenn unter anderem obiger Mars-Report auf eben jenen Genauigkeiten basiert, so dürften sämtliche Marktteilnehmer im Verlauf noch so einiger Überraschungen harren wollen.

    Weitaus „sonniger“ geht es da schon gewohnheitsmäßig „heiß“ an den bestens klimatisierten Börsen-Schauplätzen ab: Dort mutiert selbst unter anderem die Rapspflanze zum „eisbrechenden Kälte-Dauerwiderstandskämpfer“ schlechthin; eine Beobachtung des Verlaufs der dortigen Zahlenjonglage spricht wie gehabt Bände. - Business as usual!

    Nun, die Hoffnung stirbt bekanntlich allerdings wie so oft ganz zuletzt.

    Es erstaunt also nicht wirklich, dass COCERAL erst dieser Tage in einem ersten Blindsinkflug augenscheinlich noch nicht realisiert zu haben scheint, dass wir noch nie einen sprichtwörtlich so eisigen Frühlingsauftakt hinlegten, infolge dessen die Vegetation mittlerweile schon wieder um die 20 Tage hinterherhinkt. Von heute auf morgen Stillstand, mancherorten wurde sogar unverkennbar der Rückwärtsgang eingelegt.

    Wie viele rosaroten Spekuliereisen hat man jenen Protagonisten mit den flinken Fingerchen vor deren Hochgeschwindigkeitsrechnern verordnet...?

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