MARS-Report

Schlecht gerüstet für den Frost


Die Winterhärte ist in weiten Teilen Deutschlands kaum vorhanden.
Grafik: MARS / EU-Kommission
Die Winterhärte ist in weiten Teilen Deutschlands kaum vorhanden.

Das Wetter in Europa war in der ersten Januarhälfte und dann wieder ab Anfang Februar wärmer als für diese Jahreszeit üblich. Frostschäden sind daher kaum aufgetreten, die Winterhärte der Pflanzen aber auch unzureichend für den Fall der Fälle.

Das Wetter in Europa war in der ersten Januarhälfte und dann wieder ab Anfang Februar wärmer als für diese Jahreszeit üblich. Frostschäden sind daher kaum aufgetreten, die Winterhärte der Pflanzen aber auch unzureichend für den Fall der Fälle.

Seit Mitte Januar hat die Frosttoleranz der Getreidebestände in weiten Teilen Europas nachgelassen, bilanziert der EU-Prognosedienst MARS in seinem Bericht von Montag. Vor allem die gering ausgeprägte Winterhärte in weiten Teilen Deutschlands und Dänemark, im Norden Bulgariens und im Süden von Rumänien sei „ungewöhnlich“, heißt es in dem Report. Sollte es zu starken Frösten kommen, wären die Pflanzen dafür nicht gerüstet. In Deutschland sind beispielsweise die Winterweizenbestände in den nördlichen, westlichen und östlichen Landesteilen den Simulationen der EU-Experten zufolge nicht winterhart. Einzig an der Küste von Schleswig-Holstein sowie im tiefen Süden besteht leichte bis partielle beziehungsweise nahezu komplette Frostbeständigkeit.

Bestände in Südrussland sind winterhart

Auch im Vereinigten Königreich, in Frankreich, den Benelux-Staaten sowie im Süden von Dänemark besteht laut MARS-Report keine Winterhärte bei den Getreidebeständen. In der Nordhälfte des Balkans habe die Frosthärte aufgrund der zuletzt überdurchschnittlich milden Witterung nachgelassen. Vollständig oder nahezu vollständig sei die Winterhärte dagegen außer in Süddeutschland auch in der Slowakei, in Tschechien, in den zentralen Regionen Polens, im Nordosten von Ungarn, der Nordhälfte von Rumänien und dem Osten der Türkei sowie in den südlichen Gebieten der Ukraine und Russlands.

Während Frostschäden bislang kaum verzeichnet wurden, ist es in einigen Regionen Europas zu trocken. Ein Niederschlagsdefizit haben vor allem die Iberische Halbinsel und die westliche Maghreb-Region zu verzeichnen, heißt es im MARS-Report. Regen würde den Beständen in diesen Gebieten zugutekommen, um die Wasserreserven in den Böden aufzustocken. Doch noch bietet die Trockenheit aus Sicht der EU-Experten keinen dringenden Anlass zur Besorgnis.

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