Milchmarkt

Einzelhandel senkt Milchpreis

Der Milchpreis sinkt, Butter geht nach oben.
Foto: micro1/Pixelio
Der Milchpreis sinkt, Butter geht nach oben.

Der 1. Mai ist der Stichtag für neue Halbjahres-Lieferverträge zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Aldi setzt ein deutliches Zeichen und drückt den Frischmilchpreis.

In den Supermarktregalen zeichnet sich aktuell eine recht unterschiedliche Entwicklung bei Milch und Molkereiprodukten ab. Aldi Süd hat dabei eine Vorreiterrolle eingenommen. Der Discounter kündigte auf Nachfrage an, seine Preise für den Liter frische Vollmilch in der untersten Klasse um 9 auf 69 Cent zu senken. Das entspricht einem Rückgang von 11,5 Prozent. Ein Liter fettarme Milch der Aldi-Eigenmarke soll statt bislang 69 nur noch 61 Cent kosten. Das ist ein Minus von 10,3 Prozent. Auslöser für diese Entwicklung sei die wieder deutlich gestiegene Milchmenge, heißt es beim Milchindustrieverband (MIV).

Milchfett ist knapp 

Anders läuft die Entwicklung bei Butter. Hier muss der Konsument wieder tiefer in die Taschen greifen. Aldi-Süd beabsichtigt den Preis für das 250-Gramm-Päckchen um 20 Cent auf 1,79 Cent zu erhöhen; ein Anstieg von immerhin 12,6 Prozent. Milchfett ist offensichtlich teilweise eher knapp und wird von der Verarbeitungsindustrie lebhaft nachgefragt. Darüber hinaus wird in der Spargelsaison erfahrungsgemäß verstärkt Butter verbraucht. Bereits während der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres erreichten die Butterpreise ein Rekordniveau. So kostete im September 2017 das 250-Gramm-Päckchen im Mittel fast 2 €. Diese Höhe werde allerdings so rasch nicht mehr erreicht, meinen Marktbeobachter.
Die von Aldi genannten Preise für Milch und Molkereiprodukte dienen anderen Handelskonzernen häufig als Orientierungswerte.

BDM in Alarmbereitschaft

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM warnt vor möglichen weiteren Absenkungen der Erzeugerpreise. „Die Trinkmilchabschlüsse sind ein wichtiger Gradmesser der Milchmarktentwicklung“, erklärt der BDM-Vorsitzende Stefan Mann. Laut BDM müsste dem Unterbietungswettbewerb der Molkereien um Regalplätze im Handel ein Riegel vorgeschoben werden. Die Molkereien, aber auch die Politik seien gefordert, zum Beispiel mit verbindlichen Verträgen und der Installierung eines effizienten Marktkriseninstruments auf EU-Ebene, so der BDM.

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