Landwirtschaftsministerin Klöckner bekennt sich zum Export.
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Landwirtschaftsministerin Klöckner bekennt sich zum Export.

Die Milchanlieferung in Deutschland ist trotz hoher Preise im vergangenen Jahr praktisch unverändert geblieben. Milchexperten sagen einen nur moderaten Preisverfall voraus. Die Landwirtschaftsministerin absolviert ihren ersten öffentlichen Auftritt im Amt.

"Es ist zu früh, von einer neuen Krise am Milchmarkt zu sprechen" sagte der stellvertretende Vorsitzende des Milchindustrieverbandes (MIV), heute in Berlin. Die Märkte hätten sich positiver entwickelt als zum Ende des Jahres 2017 von verschiedenen Marktbeobachtern prognostiziert. Was wir erleben sind Bewegungen am Markt, jedoch keine Krise, so Holtorf auf dem 9. Milchforum in Berlin. 

Die deutschen Milcherzeuger hätten im Jahr 2017 mit 31,3 Mio. t nur 0,1 Prozent mehr an die Molkereien geliefert als im Vorjahr, führte Holtorf aus. Dabei sei im zweiten Halbjahr eine mengenmäßig deutliche Steigerung zu verzeichnen gewesen. Gab es zu Beginn des Jahres 2018 noch eine saisonal leicht steigende Entwicklung, so sei die Anlieferung zu Beginn des Monats März sogar wieder um mehr als ein Prozent gesunken.

MIV-Vize Hans Holtorf (links)und DBV-Vize Karsten Schmal sehen keine Krise am Milchmarkt.
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MIV-Vize Hans Holtorf (links)und DBV-Vize Karsten Schmal sehen keine Krise am Milchmarkt.


Nach wie vor bestehe eine ungewöhnlich starke Spreizung am Markt für Milchfett- und -eiweißkomponenten, ergänzte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal. Zwar werde der Allzeit-Hoch-Preis für Butter von rund 7,00 € pro kg im zweiten Halbjahr wohl vorerst nicht wieder erreicht werden. Doch liege auch das derzeitige Niveau von etwa 4,75 € weit über dem langjährigen Durchschnitt. Und Butter bleibe weiter relativ knapp, so der DBV-Milxchpräsident. Daher gehe auch er davon aus, dass die Auszahlungspreise für die Erzeuger auf höherem Niveau bleiben werden. Auch Schmal sieht keine Krise am Milchmarkt. Eine klare Absage erteilt er an eine "nochmalige Diskussion von agrarpolitischen Instrumenten aus der Mottenkiste, wie es staatliche Mengenregulierungen sind". Das bringe den Milchsektor in keinem Fall weiter.

Landwirtschaftsministerin Klöckner bekennt sich zum Export

Auch die neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) war Gast des Berliner Milchforums. "Die Ausfuhr von Agrar- und Nahrungsmitteln aus Deutschland wird von Teilen der Gesellschaft kritisch gesehen", sagte sie bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt im Amt am Donnerstag Abend. Sie selbst kenne den hohen Stellenwert und die Akzeptanz der hohen Qualität deutscher Agrar- und Ernährungsgüter in Importländern. Daher werde sie sich für den Erhalt und den Ausbau der bisherigen Erfolge in der Exportwirtschaft einsetzen, sagte sie vor den mehr als 500 Teilnehmern des Milchforums.

Als weitere wichtige Aufgabe beschrieb Klöckner den Ausbau der "Ernährungsbildung". Hier wolle sie Initativen starten. Ziel müsse es sein, die Wertschätzung von Lebensmitteln und damit auch jene für die landwirtschaftlichen Erzeuger zu erhöhen. Sie habe ein gut bestelltes Haus und anerkanntes Ministerium übernommen. Dessen Bedeutung wolle sie im engen Dialog mit den verschiedenen Branchen der Agrar-und Ernährungswirtschaft weiter ausbauen. Denn es sei im besten Sinne das "wahre Lebensministerium", sagte Klöckner.

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