Trockenheit

Fonterra rechnet mit weniger Milch


Wochenlange Trockenheit lässt das Gras auf neuseeländischen Weiden langsamer wachsen. Die Molkerei Fonterra reagiert und verkauft weniger Milchpulver.

Die Milchproduktion in Neuseeland könnte in der Saison 2017/2018 deutlich kleiner ausfallen als bisher erwartet. Die Molkereigenossenschaft Fonterra senkt ihre Produktionsprognose deutlich auf 1,48 Mio. kg Milchfeststoff. Noch im November hatte das Unternehmen mit einer Milchmenge von 1,525 Mio. kg kalkuliert. Den Rückgang um 3 Prozent begründet das Unternehmen mit ungünstigen Witterungsverhältnissen. Sollte sich die Vorhersage erfüllen, würde die Menge um 4 Prozent unter dem Jahr 2016/17 liegen, als die Milchproduktion schon einmal unter Trockenheit litt.

Die Saison hatte zu Beginn des neuseeländischen Frühlings mit feuchten Bedingungen noch gut begonnen. Nach den ausreichenden Niederschlägen im September und Oktober blieb es im November und Dezember aber zu trocken, teilte die Molkerei mit. Dadurch werde die Weidequalität im ganzen Land negativ beeinflusst. Aktuelle Wetterprognosen gehen von einer anhaltenden Trockenheit aus. Selbst wenn es Anfang 2018 regnen sollte, werde das nicht ausreichen, um die bisher erwarteten Milchmengen zu produzieren.


Fonterra hat auf das geringere Volumen bereits in der Vermarktung reagiert. Auf der Handelsplattform Global Diary Trade wurde die Verkaufsmenge für Milchpulver bei der Auktion in der vergangenen Woche bereits reduziert. Die Milchpulver-Vermarktung soll über die weitere Saison entsprechend der Witterungsverhältnisse „sorgfältig gesteuert“ werden, heißt es bei Fonterra. Von der schwierigen Situation in Neuseeland könnten die Milchproduzenten in der Europäischen Union profitieren. In der Intervention lagern noch große Milchpulvermengen. Ein geringeres Angebot in Neuseeland könnte die Vermarktung dieser Lagerbestände erleichtern.

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