Mittagsmarkt

Futtergerste teurer als Weizen


Die europäische Warenbörse in Rouen sorgt für ein ruhiges Geschäft am Getreidemarkt. An der Pariser Börse fehlen die Impulse für festere Kurse.


Getreide: Am heutigen Donnerstag notiert die Matif für den Dezember-Termin um 0,25 €/t schwächer bei 200,25 €/t. In den Exporthäfen sind für den B-Weizen mit 12,5 Prozent Protein 202,00 €/t für die Lieferung Basis November 2018 im Gespräch. Bei der Rapssaat notiert der November-Termin heute Mittag um 1,00 €/t schwächer mit 371,25 €/t. Die Kaufideen für die Rapssaat bewegen sich um 375 €/t franko Ölmühle für die Lieferung im November 2018.

Der Getreidemarkt ist ruhig, da sich viele Marktteilnehmer auf der Europäischen Warenbörse im französischen Rouen befinden. Das ungünstige Wetter im Mittleren Westen der USA hat die Notierungen in Chicago nur kurzfristig stabilisiert. Da sich die Wetterbedingungen in den nächsten Tagen verbessern, geben die Weizenkurse ihre Gewinne wieder ab. An der Matif in Paris fehlen Impulse für festere Kurse. Aktuell tendieren sie leicht schwächer.

Die aktuellen Exportzahlen liegen weiterhin deutlich unter Vorjahr (-25 Prozent). Bisher dominieren die Exporte aus der Schwarzmeerregion den internationalen Markt. Am physischen Markt stagnieren die Preise seit Wochen. Futtergerste ist weiterhin ein bis 2 €/t teurer als der Weizen. Bei kleinem Angebot halten sich die Getreideverarbeiter mit dem Kauf weiterhin zurück. Die niedrigen Pegelstände verteuern die Logistik und machen terminierte Lieferungen zu großen Herausforderung.

Tendenz Weizen
Weiterhin mit Verkäufen abwarten, bis sich die russischen Verkäufer vom Markt zurückziehen.

Ölsaaten: In Chicago geben die Sojakurse des gesamten Sojakomplexes nach. Damit reagierte die Börse auf die besseren Wettervorhersagen in den Ernteregionen. Mit dem wieder Einsetzen der US-Sojaernte in den nächsten Tagen dürfte die aktuelle Ernteverzögerung wieder aufgeholt werden. An der Matif bleiben die Preise für die Rapssaat auf Seitwärtskurs. Auch Meldungen über vermehrt umgebrochene Flächen wegen fehlender Feuchtigkeit reichen nicht für eine Trendwende. Am Kassamarkt ist das Angebot an Rapssaat nach wie vor klein. Aber die Ölmühlen halten sich zurück; sie sind erstmal gedeckt, die Nachfrage bleibt schwach. Die Vermarktung des Rapsöls gestaltet sich weiterhin als schwierig. Das Angebot an Pflanzenölen insgesamt bleibt hoch und bietet kaum Spielraum für steigende Preise. Im Norden Deutschlands werden im Moment Kurse franko Mühle für Januar/März 2019 von knapp 380 €/t genannt. Generell wird für diesen Zeitraum für die Preise noch Potential nach oben gesehen.

Tendenz Raps
Solange der europäische Markt mit billigen Biodiesel überschwemmt wird und es keine Entscheidung zur Begrenzung seitens der WTO gibt, bleiben die Kurse auf schwachem Niveau. Deshalb weiter bis zum Frühjahr 2019 abwarten. 

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