Wer noch Futtergerste im Anschluss an die neue Ernte braucht, muss tief in die Tasche greifen. Auch ein mächtiger Gersten-Importeur kauft viel Ware.

Der deutsche Kassamarkt braucht nach dem Brückentags-Wochenende noch ein wenig Zeit, um in Schwung zu kommen. Der Marktbericht „Wasde“ des US-Agrarministeriums von Donnerstag hat nach Einschätzung von Händlern zwar aus Perspektive des europäischen Marktes zwar keine Sensation bereitgehalten, aber dennoch einen etwas anderen Grundton für das kommende Wirtschaftsjahr als für die noch laufende Kampagne gesetzt.

Markttendenz

Der Anschluss an die neue Ernte könnte noch knapper werden als zunächst erwartet. Der Bedarf der Verarbeiter gilt zwar nicht als riesig, aber immer mal wieder laufen kleine Geschäfte. In einigen Teilen Deutschlands könnten die Bestände Regen vertragen.

„Bei Weizen, Mais und Sojabohnen werden die weltweiten Endbestände nächstes Jahr abgebaut, das macht die Märkte zumindest in der Tendenz anfälliger für Angebots-Schocks“, sagte ein Marktteilnehmer mit Blick auf die erste Prognose des USDA für das kommende Wirtschaftsjahr 2018/19. Die Marktlage sei zwar weit davon entfernt, bullisch zu sein, aber zumindest wirkte das weltweite Angebot an Getreide und Ölsaaten nicht mehr so „erdrückend“ wie zum Auftakt der laufenden Saison 2017/18, hieß es weiter im Gespräch mit agrarzeitung.de.

Preise für alte Ernte stramm

Im physischen Geschäft zeigen sich die Preise für alterntiges Futtergetreide weiter von ihrer robusten Seite. Für Futtergerste im Mai/Juni, franko, spricht man in den Hochburgen Südoldenburg/Weser Ems und Westfalen Preisniveaus um 185/186 €/t. Futterweizen wird zum gleichen Termin mit bis zu 180 €/t bewertet; zuletzt gehandelte Niveaus liegen bei 178 €/t. Einige Mühlen und Mischer sollen noch Interesse an kleineren Anschlussgeschäften für die neue Ernte haben.

Mit Blick auf die neue Ernte treibt Marktteilnehmer das in weiten Teilen Deutschlands doch recht trockene Wetter um. Die Unwetter der letzten Tage mit teilweise heftigen Starkregenfällen sind derweil nach Informationen von agrarzeitung.de am Markt kein großes Thema, da sie regional sehr begrenzt ausgefallen sind.

Saudis kaufen Gerste

Auf dem internationalen Parkett hat Saudi-Arabien 1,5 Mio. t Futtergerste per Tender gekauft, wie Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die staatliche Einkaufsagentur SAGO melden. Im Durchschnitt wurde die Ware zu einem Preis von 228,61 US-$ c&f (entspricht rund 191,39 €/t) erstanden und soll im Juli und August geliefert werden. Offerten stammten aus der EU, Australien, Nord- und Südamerika und der Schwarzmeerregion, wobei die Verkäufer das Recht haben, optionale Herkünfte zu liefern.

Nach dem Brückentagswochenende legen die Weizenkurse an der Matif in Paris erst einmal wieder den Rückwärtsgang ein. Der neue Frontmonat September wird mit 170,50 €/t bewertet, das sind 1,25 €/t weniger als am Freitag. Der folgende Dezember-Kontrakt liegt bei 174 €/t und ist somit 1 €/t schwächer als vor dem Wochenende. Der Frontmonat August bei Raps wird am Montagmittag mit 350,50 €/t bewertet und verliert damit 0,75 €/t gegenüber dem Schlusskurs am Freitag. Der folgende November-Termin gibt ebenfalls 0,75 €/t nach auf 356,50 €/t. Mais und Weizen in Chicago sowie Sojaöl drehen ebenfalls in die roten Zahlen, während die Sojabohnen-Kurse zulegen.

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