Mittagsmarkt

Logistik-Gezerre statt Neugeschäft


Die Flex Keston bringt Rapsschrot von Rostock nach Bremen
JHT
Die Flex Keston bringt Rapsschrot von Rostock nach Bremen

Im inländischen Getreidemarkt treffen lustlose Käufer auf gleichermaßen verhaltene Abgeber. Logistikengpässe aufgrund des Kleinwassers beanspruchen weiterhin viel Aufmerksamkeit.

Am Mittwochmittag zeigt sich der Weizenkurs an der Matif von seiner freundlichen Seite. Der Frontmonat Dezember zieht leicht an auf 199 €/t (Vortag: 198,75 €/t). Die folgenden Termine März und Mai 2019 legen jeweils um 0,50 €/t zu auf 202 €/t beziehungsweise 203,25 €/t. Währenddessen treten die Pariser Rapskurse auf der Stelle: Der Frontmonat Februar wird wie am Dienstag mit 368,75 €/t bewertet, der Mai-Kontrakt bewegt sich bei 370,75 €/t seitwärts. Richtung neue Ernte lassen die Pariser Raps-Futures in Erwartung an riesige Sojabohnen-Ernten weltweit Federn und geben leicht nach.

Markttendenz
Teilnehmer am Ölsaatenmarkt blicken auf den G20-Gipfel am Wochenende. Dort wollen sich US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Counterpart Xi Jinping treffen, um über den Handelsdisput zu sprechen. Trump droht China mit weiteren Eskalationen, was Hoffnungen auf einen Deal in Sachen Sojaimporte der Volksrepublik trübt und auf den Märkten lastet. Am deutschen Getreidemarkt erwarten einige Gesprächspartner auch nach dem Jahreswechsel einen weiter schleppenden Geschäftsverlauf.
Am deutschen Kassamarkt kommen neue Geschäftsabschlüsse derzeit dem Vernehmen nach kaum zustande. Gut versorgte und wenig kauflustige Verarbeiter treffen auf ebenso abgabeunlustige Verkäufer, beschreibt ein Makler aus dem Norden die Stimmung. Die Aktivitäten werden stattdessen von Kontraktschiebereien im Zusammenhang mit der nach wie vor dramatischen Kleinwassersituation auf wichtigen Wasseradern wie dem Rhein bestimmt. In dem Zusammenhang wird etwa Getreide aus dem Norden über Binnengewässer und andere Verkehrswege und –träger Richtung Benelux-Staaten oder Niederrhein gefahren.

In einem vergleichsweise ruhigen Hamburger Markt wird Gerste höher bewertet als Weizen. Während für Gerste franko Hamburg, Basis Dezember, Preisniveaus um 205 €/t (Brief) zu 203 €/t (Geld) im Gespräch sind, liegt B-Weizen entsprechend 1 bis 2 €/t unter diesem Niveau.

Der Blick auf die Schiffe, die im Rostocker Hafen avisiert sind, zeigt passend zur überschaubaren Dynamik auf dem Markt eher überschaubare Bewegungen: So sollen diese Woche kleinere Importschiffe mit Roggen aus Kaliningrad und Litauen  eintreffen; außerdem wird ein wenig Rapsschrot für den inländischen Markt erwartet.

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