Niedersachsen

Frühkartoffelerzeuger enttäuscht

Niedersachsens Frühkartoffelerzeuger beschweren sich über die Einkaufstrategie des Einzelhandels. Dort würde Importware die Regale blockieren.

„Wir haben mit der richtigen Sortenwahl, Folien zur Ernteverfrühung und einer guten Produktionstechnik alles gemacht, um den Verbrauchern möglichst frühzeitig Frühkartoffeln aus hiesiger Erzeugung anbieten zu können“, sagt Henning Meyer von der Frühkartoffelerzeugergemeinschaft im Raum Burgdorf. In der Direktvermarktung würden die ersten Knollen auch gut nachgefragt. Bei Supermärkten und Discountern beobachtet Meyer jedoch Stillstand. „Jetzt blockiert der Handel die Vermarktung und bevorzugt in seinen Regalen Importware aus dem Mittelmeerraum“, klagt der Frühkartoffelerzeuger. Das sei eine Entscheidung gegen die vom Verbraucher gewünschte Regionalität und noch mehr gegen die heimischen Kartoffelerzeuger.

Bauern sind auf verlässliche Partner angewiesen

Zugleich stelle der Lebensmitteleinzelhandel immer höhere Anforderungen an Produktion und Qualität und profiliere sich über entsprechende Aussagen. „Er treibt damit aber zugleich die Kosten der Bauern als Vorlieferanten in die Höhe“, kritisiert Meyer. Die heimischen Erzeuger kämen den Wünschen zwar nach, seien aber im Gegenzug auf verlässliche Partner angewiesen. Nur so könne eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Produktion aufrechterhalten werden. „Nach einem für Speisekartoffelerzeuger desaströsen Jahr 2017 sind Absatzsicherheit und kostendeckende Preise jetzt dringend notwendig“, schildert Meyer die Lage.
Spezialisten für frühe Knollen

In der Niedersächsischen Frühkartoffel-Erzeugergemeinschaft haben sich 160 Landwirte aus dem Raum Burgdorf zusammengeschlossen. Sie bauen auf rund 2.700 ha Frühkartoffeln an. Die Region gilt damit als größtes norddeutsches Anbaugebiet für diese Kartoffelspezialität. Bevorzugte Sorte ist weiter Annabelle.


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