Nordwesteuropa

Kartoffelernte verzögert sich

Bei der diesjährigen Kartoffelernte müssen die Landwirte geduldig sein, denn häufig war es zu nass oder zu trocken zum Roden.
Foto: Grimme
Bei der diesjährigen Kartoffelernte müssen die Landwirte geduldig sein, denn häufig war es zu nass oder zu trocken zum Roden.

Die Erträge in fünf wichtigen europäischen Ländern sind besser als im Vorjahr. Exporte nach Osteuropa und eine frühe Nachfrage der Verarbeiter stützen die Preise.

 In Frankreich, Deutschland, Belgien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich werden in diesem Herbst knapp 27 Mio. t Kartoffeln geerntet, das sind 10,2 Prozent mehr als im Vorjahr und übertrifft den Fünfjahres-Durchschnitt um 1,8 Prozent. Eine Vorläufige Schätzung der North-Western European Potato Growers (NEPG) sieht die deutsche Ernte bei 8,0 Mio. t, die französische bei 6,4 Mio. t, die belgische bei 4,0 Mio. t, die niederländische bei 3,7 Mio. t und die britische bei 4,9 Mio. t. Für Großbritannien, wo die Ernte später startet, setzten die Analysten der NEPG den Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre an, ein Wert, der angesichts der aktuellen Bestandsentwicklung dem tatsächlichen Ergebnis nahe kommen soll. Die endgültigen Zahlen wird die Organisation Ende November veröffentlichen.

Fläche deutlich größer als im fünfjährigen Durchschnitt

Das bessere Ergebnis in den fünf Staaten resultiert aus höheren Erträgen und einer Ausdehnung der Fläche, die gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent auf 614.000 ha wuchs. Der Fünfjahresdurchschnitt wurde um 9,0 Prozent übertroffen. In diesem Jahr werden die durchschnittlichen Erträge bei 43,9 t/ha geschätzt, was 6,8 Prozent unter dem Fünfjahres-Durchschnitt liegt, jedoch rund 3 Tonnen mehr ist als in der letzten Saison. Die höchsten Hektarerträge werden mit 47,2 t im Vereinigten Königreich erwartet, gefolgt von den Niederlanden (47,0 t), Frankreich und Deutschland (43,0 t) sowie Belgien (41,1 t).

Die diesjährige Ernte erfolgt später und langsamer als gewöhnlich. Im September war es zum Roden zu trocken und im Oktober zu nass. Vor allem in Belgien und den Niederlanden sind noch große Flächen zu ernten.


Die gute Nachfrage der Industrie, die nach der schwachen Ernte 2018 früh auf neue Kartoffeln umstellte, und Exporte nach Osteuropa stützen den Markt. Die Preise würden sich deshalb in einem Aufwärtstrend bewegen. Die weitere Entwicklung werde von den endgültigen Erträgen und Qualitäten abhängen. Die NEPG rät dazu, die Anbaufläche auf dem Festland im kommenden Jahr nicht auszudehnen. Bei einer gleichbleibenden Fläche und durchschnittlichen Erträgen werde der Markt nicht mehr im Gleichgewicht sein, warnt die Organisation.

1 Kommentar

  1. Bernd Albert Rusche
    Erstellt 6. November 2019 09:41 | Permanent-Link

    Die Realität sieht bei mir anders aus:
    Das Ertragsniveau ist um 30 % niedriger bei Az. 90 in der Magdeburger Börde, als von Ihnen gewünscht. Kartoffelsorten Belana und Malika (zusammen 45 ha). Das Belana-Lager ist bereits leer.
    Feldertrag und errechneter Betrag? Der Bauer kann träumen!

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