OECD/FAO-Prognose

Niedrige Preise prägen Agrarmärkte


Die Bären werden den Bullen an den Agrarmärkten laut FAO und OECD weiter das Leben schwer machen.
Foto: Gerd Altmann auf Pixabay
Die Bären werden den Bullen an den Agrarmärkten laut FAO und OECD weiter das Leben schwer machen.

Eine sinkende Tendenz für die Agrarpreise machen OECD und FAO in ihrer Prognose für die globalen Agrarmärkte aus. Die Risiken für die Märkte sind neben dem Klimawandel auch politischer Natur.

Mit den Agrarpreisen wird es weiter bergab gehen. Das erwarten die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD und die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO in ihrem Agrarmarktausblick für die Jahre 2019 bis 2028. Im kommenden Jahrzehnt werden die Preise für die meisten Agrarrohstoffe eher niedriger als aktuell ausfallen oder sich seitwärts bewegen, stellen OECD und FAO in dem Bericht fest. Der Grund: Produktivitätssteigerungen fallen höher aus als der Verbrauchszuwachs.

Zuwachsen wird nach Dafürhalten der Experten die Nachfrage nach Zucker und Pflanzenfetten, was auf die steigende Urbanisierung und den zunehmenden Verbrauch von verarbeiteten Nahrungsmitteln und Fertigprodukten zurückzuführen sei. Bei Getreide und Ölsaaten wird die Nachfrage aus dem Futterbereich jene aus dem Nahrungsmittelbereich übertreffen.

Indonesien und China stützen Biokraftstoff-Märkte

Nachdem die Nachfrage aus dem Biokraftstoff-Sektor die Getreideproduktion zwischen 2000 und 2015 angekurbelt hat, werden die Zuwächse aus dem Bereich laut OECD und FAO in den kommenden zehn Jahren geringer ausfallen. Steigende Nachfrage käme allenfalls aus Indonesien, wo Pflanzenöl zu Biodiesel verarbeitet werde, und China, wo Ethanol aus Zucker hergestellt würde.

In der kommenden Dekade sind die globalen Agrarmärkte mit neuen Risiken konfrontiert. Die Ausbreitung von Krankheiten wie der Afrikanischen Schweinepest zählen FAO und OECD dazu. Hinzu kommen die Zunahme extremer Wetterereignisse, regulatorische Reaktionen auf neue Züchtungstechnologien sowie politische Reaktionen auf die wachsenden Gesundheitsrisiken durch steigendes Übergewicht in einigen Teilen der Welt. Der internationale Warenfluss werde potenziell durch Handelskonflikte gebremst.

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