Der Rapsmarkt hat sich etwas belebt, auch wenn das Angebot weiterhin knapp ist. Die Ölmühlen haben ihre Prämien stabil gehalten, auch als in Paris die Kurse fester tendierten. Die steigende Nachfrage nach Rapsöl zur Biodieselherstellung hat die Margenkalkulation der Mühlen verbessert, so dass höheren Forderungen bewilligt werden konnten. Die Gebote liegen nach Angaben der Ufop, Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen zwischen 385,00 und 390,00 €/t franko.

Der deutsche Markt ist wie der europäische Rapsmarkt unterversorgt. Das bestätigen auch die September-Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums am vergangenen Montag. Selbst für den Sofortbedarf ist es eng. Hier hatten Verarbeiter größere Abgabemengen aus der Ernte heraus und niedrigere Preise erwartet. Diese Aussicht hat sich aufgrund der kleinen Rapsernte allerdings nicht erfüllt. Nun fehlt Ware, die aber kaum greifbar ist. Das liegt auch an der kaum vorhandenen Abgabebereitschaft der Erzeuger. Mit Blick auf die aktuelle Preisentwicklung kann dies wenig verwundern. So wurden im Norden mit 363,00 €/t nur 1 €/t  mehr bewilligt als in der Vorwoche. In standortferneren Regionen erreichen die Aufschläge auch 5 €/t, aber selbst dieses höhere Niveau war aus Sicht der Erzeuger indiskutabel.

An der Matif liegt der Rapskontrakt für November nach den überzogenen Kursgewinnen in Chicago im Minusbereich. Der Frontmonat gibt zum Mittag 1,50 auf 370,25 €/t.

Weizen hingegen legt an der Matif 0,50 auf 159,25 €/t zu. Die Erzeuger sind über die aktuellen Marktpreise mehr als enttäuscht. In Ostdeutschland ist die Abgabebereitschaft mehr als gering. Obwohl dort im Gegensatz zu Süd- und Norddeutschland gute Qualitäten geerntet wurden. Für A-Weizen lassen sich ab Station 145,00 bis 150,00 €/t erzielen. (da)
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