Märkte am Morgen: Ölsaaten

Ölsaaten brechen mit Aktienmarkt ein

Sojakomplex: Der Einbruch der Aktienmärkte, anhaltende Sorgen um die chinesische Konjunktur, schwaches Pflanzenöl und der Verfall der Rohölpreise setzten die Chicagoer Sojabohnen kräftig unter Druck. Die Kurse verloren teilweise mehr als 30 Cent/bushel und markierten neue Kontrakttiefs, konnten sich aber noch einigermaßen berappen. Der November schloss dennoch 15,4 Cent/bushel schwächer und notierte bei 874 US-$/bushel. Die Schrotnotierungen in Chicago konnten sich ebenfalls etwas erholen. Der Dezember notierte noch ein Plus von  0,6 US-$/short ton. Die Sorge um die weitere Wirtschaftsentwicklung in China schlägt auf den Sojakomplex extremer als auf die übrigen Agrarmärkte durch, denn China verbraucht pro Jahr fast 30 Prozent der globalen Sojabohnenproduktion. 
 
Die wöchentliche Crop-Bonitierung US-Sojabohnenbestände blieb entgegen den Erwartungen gegenüber der Vorwoche unverändert. 63 Prozent der Flächen werden weiterhin mit gut bis exzellent ausgewiesen.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif bewegten sich zeitweise im freien Fall mit extremen Notizverlusten bis zu 18 €/t nach unten. Die Situation erinnert an den Preisbruch und die Turbulenzen des Jahres 2008. Der schwache Sojakomplex, weitere Verluste beim Palmöl und vor allem der anhaltende Verfall der Rohölkurse setzen die Matifkurse erheblich unter Druck. Bei Börsenschluss kam es doch nicht ganz so schlimm: der November notierte aber noch ein Minus von 8,75 €/t und fiel auf knapp 349 €/t. Heute Morgen bieten die Chicagoer Vorgaben die Chance für etwas stabilere Kurse am europäischen Rapsmarkt.
 
Auch in Winnipeg war der Druck zeitweise erheblich, doch die Notierungen gaben zum Sitzungsende nur 2,50 Can-$/t für November nach. Die spekulativen Anleger lösten größere long-Position auf und drehten sie in Short-Engagements. Heftige Regenfälle im östlichen Kanada und ein Frosteinbruch in den Prärieprovinzen gaben den Notierungen etwas Unterstützung.
 
Rohöl: Der Verfall am Rohölmarkt setzte sich ungebremst fort. Brent verliert 2,77 US-$/Barrel und schließt bei 42,69 US-$/Barrel. WTI gibt 2,21 US-$/Barrel nach und fällt auf 38,34 US-$/Barrel. Die Kurse markieren den niedrigsten Stand seit dem ersten Quartal 2009. Der Absturz der Aktienmärkte und panikartige Aktienverkäufe lassen die Anleger auch fluchtartig die Rohöl-Futures verlassen. Der schwächere US-Dollarkurs verhinderte zumindest noch einen größeren Bruch beim Rohöl. (St) 
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