Ölsaatenmärkte

Matif-Raps koppelt sich ab


Foto: BASF

Trotz deutlicher Verluste in Chicago konnte Raps in Paris weiter zulegen. Die Pflanzenölnotierungen geben in den USA und Südostasien nach.

 

Sojakomplex: Die Sojafutures an der Börse in Chicago mussten am Freitag zweistellige Verluste wegstecken. Die meistgehandelte Märzbohne ging mit einem Minus von 14,75 Cent bei 930,5 Cent/bushel aus dem Handel (306,39 €/t). Der Ausverkauf am Freitag hatte fast vollständig die Gewinne der Woche vernichtet. Nach Händleraussagen waren die internationalen Spannungen im Nahen Osten nach dem gezielten US-Luftschlag gegen den iranischen Gerenal Qassem Suleimani ein willkommener Anlass für eine Serie von Gewinnmitnahmen.

 

Zusätzlich setzten die mauen Exportzahlen die Sojanotierungen unter Druck. In der Woche zum 26. Dezember meldete das US-Agrarministerium Exportverkäufe in Höhe von 330.344 t. Das ist deutlich weniger, als Analysten erwartet hatten und etwa 69 Prozent weniger als in der gleichen Woche ein Jahr zuvor. Fast die Hälfte der Auslandsverkäufe entfiel dabei auf China. Die Exportverladungen beliefen sich in der gleichen Woche insgesamt auf 1,07 Mio t. Etwa 39 Prozent davon gingen wiederum an chinesische Käufer. Seit Anfang September entfielen auf das asiatische Land rund 9 Mio. t oder etwa 43,3 Prozent der Ausfuhren von US-Soja.

Sojaschrot gab am Freitag ebenfalls nach und landete am Ende des Tages 4,40 US-$ im Minus bei 301,20 US-$/t. (296,59 €/t). Nach Angaben des US-Agrarministeriums dürfte Brasilien die USA als größter Hersteller von Sojabohnen überholen. Das USDA erwartet die brasilianische Ernte bei rund 123,5 Mio. t. Die Exporte des südamerikanischen Landes werden auf 75 Mio. t geschätzt, ein Plus von 2 Mio. t zum vergangenen Jahr.

Raps: Die Canola-Notierungen an der ICE im kanadischen Winnipeg folgten am Freitag der Abwärtsbewegung beim Sojakomplex in Chicago. Der meistgehandlete Märzkontrakt beendete den Tag mit einem Minus von1,70 Can-$ bei 478,30 Can-$/t. An der Euronext in Paris brachte der Handel am Freitag dagegen Gewinne für die Raps-Kontrakte. Der meistgehandelte Februar beendete den Tag 2,00 € im Plus bei 415,25 €/t.

Pflanzenöl: Auch an der Bursa Malaysia in Kuala Lumpur ging es für die Palmöl-Futures abwärts. Der meistgehandelte Märzkontrakt verlor 13 Ringgit auf 3.117 MYR/t. Insgesamt brachte die Woche jedoch ein Plus von 1,4 Prozent für die Palmöl-Notierungen auf dem asiatischen Handelsplatz. Gestützt wurden die Kurse von einer sinkenden Produktion in Malaysia. Das US-Agrarministerium hat seine Prognose für die Plamölproduktion in Malaysia um 200.000 t auf 20,6 Mio t nach unten revidiert. Ein weiterer positiver Faktor ist die erwartet höhere Nachfrage aus Indien, das die Einfuhrzölle auf Palmöl kürzlich gesenkt hat. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres sind die Palmöl-Preise insgesamt um etwa 44 Prozent gestiegen.

An der Börse in Chicago gab das Sojaöl am Freitag leicht nach. Der meistgehandelte Märzkontrakt beendete den Tag 0,16 Cent im Minus bei 35,08 Cent/pound (692,80 €/t)

Rohöl: Das Rohöl reagierte auf den amerikanischen Militärschlag im Irak mit deutlichen Preisaufschlägen. Anleger fürchten Engpässe, sollte es zu einer Eskalation des Konflikts kommen. Die Nordseesorte Brent legte 2,17 US-$  auf 68,20 US-$/barrel zu. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 1,66 auf 62,60 US-$/barrel. Damit erlebte das Rohöl seinen stärksten Anstieg seit den Angriffen auf saudische Ölanlagen im vergangenen Herbst. Montagmorgen wurden die beiden Ölsorten jeweils bei 70,61 und 64,26 US-$/barrel gehandelt.

Euro/Dollar: Der Euro geriet am Freitag nach dem US-Luftschlag im Irak deutlich unter Druck. Gewöhnlich profitiert in solchen Situationen der US-Dollar als internationale Reservewährung. Im späteren Tagesverlauf gab die US-Währung jedoch wieder nach - angesichts schwacher Konjunkturdaten aus den USA. Der Einkaufsmanagerindex ISM erreichte mit 47,2 Zählern sein niedrigstes Niveau seit 2009. Der Euro machte anschließend einen großen Teil der Tagesverluste wieder wett.  Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1147 (Donnerstag: 1,1193) Dollar festgesetzt. Montagmorgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1164 gehandelt.

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