Ölsaatenmärkte

Sojabohnen auf Verlustkurs


US-Vermarkter verladen aufgrund des Handelsstreits zwischen Washington und Beijing deutlich weniger Sojabohnen, wie hier auf dem Bild zu sehen am Mississippi, für den Export Richtung China.
USDA
US-Vermarkter verladen aufgrund des Handelsstreits zwischen Washington und Beijing deutlich weniger Sojabohnen, wie hier auf dem Bild zu sehen am Mississippi, für den Export Richtung China.

Das durch Exporte nach China entfachte Strohfeuer verlischt an der Börse in Chicago zum Jahresende. Die frühe Ernte in Brasilien setzt den Sojamarkt zusätzlich unter Druck.

Die Sojanotierungen an der Chicago Board of Trade (CBoT) haben über die Feiertage weiter deutlich verloren. Die Januar-Bohne schloss am Mittwoch mit einem Minus von 14 Cent bei 870 Cent/bushel und notiert heute Mittag bei 872,50 Cent/bushel (281,25 €/t) leicht im Plus. Die Kurse bewegen sich damit wieder auf einem Niveau wie vor einem Monat. Im Jahresvergleich verliert die Bohne 1,10 US-$/bushel. Die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China hatte der Bohne in Chicago im Dezember Auftrieb gegeben. Die Volksrepublik kaufte erstmals seit Erhebung der Strafzölle größere Mengen und weckte damit Hoffnungen auf eine Belebung des Geschäfts.

Nur staatliche Käufer importieren US-Soja

Inzwischen macht sich auf dem Parkett aber Ernüchterung breit. Bisher haben lediglich staatliche Agenturen Sojabohnen in den USA gekauft. Für private Unternehmen rechnen sich die Käufe wegen der Strafzölle nach wie vor nicht. Zudem sind die Mengen von insgesamt 1,7 Mio. t deutlich kleiner ausgefallen als erhofft. Im November kaufte China 5 Mio. t Sojabohnen in Brasilien, das waren 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus den USA wurden im November keine Bohnen importiert.

Bereits im Januar könnte sich China wieder weitgehend in Brasilien versorgen, denn dort hat die Ernte sehr früh begonnen. Bis Ende Januar könnten bereits 10 Mio. t geerntet werden, erwarten Experten vor Ort. Beschleunigt wird die Ernte durch die Trockenheit, durch die die frühen Bestände schneller abreifen. Die Schätzungen für die Ernte 2019 liegen bei rund 120 Mio. t.

Wenig Regen in Brasilien

Die Hoffnung auf Rekorderträge und eine Ernte von bis zu 130 Mio. t hat im Dezember einen Dämpfer erhalten, denn im Süden Brasilien regnete es zu wenig. Nun werden auch aus dem wichtigsten Soja-Staat Mato Grosso, in dem rund ein Viertel aller brasilianischen Sojabohnen produziert werden, ungleichmäßig verteilte Regenfälle gemeldet. Die weitere Entwicklung der Pflanzen wird davon abhängen, ob die für den Jahreswechsel vorhergesagten Niederschläge das Wasserdefizit ausgleichen können.

Unter dem schwachen Sojamarkt leiden auch die Rapsnotierungen an der Matif. Nach Verlusten am Freitag und Montag sind auch heute Morgen die Vorzeichen Rot. Der Februar notiert bei 361 €/t und hat damit seit dem 4. Dezember 11,50 €/t verloren.

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