Weizen brachte in Österreich recht hohe Erträge.
-- , Foto: Bern Kasper, pixelio
Weizen brachte in Österreich recht hohe Erträge.

Österreich fährt eine durchschnittliche Getreideernte ein. Nachdem 90 Prozent der Flächen abgeerntet sind, schätzt die Agrarmarkt Austria (AMA) heute ein Ergebnis von 3,3 Mio. t (ohne Mais). Das wäre so viel wie im Vorjahr.

Einschließlich Mais, wo die AMA einen Rückgang von 20 Prozent erwartet, wird die Getreideernte 2015 aber niedriger sein. Bei allen späteren Kulturen wie Mais, Sojabohne, Zuckerrübe oder Kartoffel sei in manchen Gebieten nach derzeitigem Stand mit deutlich geringeren Erträgen und zum Teil sogar mit einem Totalausfall zu rechnen.

Erste Bilanzschätzung

Die AMA erwartet 2015 eine Gesamtproduktion von 5,1 Mio. t Getreide. Diese entspricht dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre und einem Minus von 10 Prozent gegenüber dem Rekordwert von 2014. Mit diesen Produktionsaussichten und einem Inlandsverbrauch von 5,8 Mio. t Getreide werden Exporte von 1,4 Mio. t prognostiziert. Damit steigt gleichzeitig der Importbedarf auf 2,1 Mio. t an.

Weichweizenqualität im Durchschnitt

Bei Weichweizen werden voraussichtlich 1,7 Mio. t geerntet, das sind 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang beruht vor allem auf einer geringeren Fläche. Die Top-Qualitäten des Vorjahres werden nicht errreicht. Österreichweit wird die Qualitätsverteilung derzeit auf 15 Prozent Premiumweizen, 30 Prozent Qualitätsweizen und 55 Prozent Mahl- und Futterweizen geschätzt. Winterhartweizen (Winterdurum) zeichne sich durch hervorragende Qualitäten und Erträge aus. Sommerdurum erreiche ebenfalls diese Güte, bleibt aber bei den Erträgen zurück, so die AMA.

Sommerkulturen schneiden schlechter ab

Die gesamte Gerstenproduktion wird von der AMA mit rund 880.000 t beziffert. Roggen lieferte zufriedenstellende Erträge und Qualitäten, wobei die Ernte im Hauptanbaugebiet Waldviertel noch aussteht. Da die Fläche jedoch stark eingeschränkt worden ist, fällt die Menge voraussichtlich auf knapp unter 180.000 t. Raps war mit schwachen Hektarerträgen von 2 bis 3 t und einer drastisch gekürzten Anbaufläche einer der Verlierer in diesem Jahr. Durchschnittliche Erträge hat dieses Jahr auch die Körnererbse mit rund 3 t je ha erreicht. Es zeige sich generell, dass das Wintergetreide besser abschneidet als Sommerkulturen. (az)
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