Preisprognose

Zucker bis Jahresende teurer


Bild: Pixabay / 955169

Der Weltmarktpreis für Zucker befindet sich weiterhin im Keller. Nach wie vor drücken üppige Vorräte. Jetzt gibt es zaghafte Anzeichen für eine Erholung.

Die Commerzbank zitiert in ihrer aktuellen Marktanalyse von Anfang Februar private Analysten, die für 2018/19 davon ausgehen, dass die Zuckererzeugung kleiner als der Verbrauch wird. Dann würden endlich die überfüllten Zuckersilos etwas geleert, und die Preise hätten wieder Luft nach oben. Vor allem die beiden größten Produzentenländern Indien und Brasilien bleiben hinter den Erwartungen zurück.


Indien erntet weniger als im Vorjahr

„In Indien wurde aus dem weiteren Anstieg gegenüber der rekordhohen Produktion 2017/18 nun doch nichts“, schreibt die Commerzbank. Statt lange unterstellten 34 bis 35 Mio. t sollen es 2018/19 bedingt durch Trockenheit und Pflanzenkrankheiten nur etwa 30 Mio. t werden. Das wäre weniger als im Vorjahr. Für den Weltmarkt bedeutet dies eine doppelte Erleichterung. Zum einen erhöhen die indischen Mengen nicht weiter das globale Überangebot. Zum anderen hatte gerade Indien mit subventionierten Zuckerexporten aus der Rekordernte der Vorsaison erheblich Druck auf die Weltmarktnotierungen ausgeübt. Auch aus Brasilien kommt wohl weniger. Dort ist sowohl die laufende Ernte kleiner als bisher erwartet. Außerdem wird wohl mehr Zuckerrohr direkt zu Ethanol verarbeitet. Für Thailand wurden ebenfalls Korrekturen nach unten vorgenommen.

Als weiteren Einflussfaktor nennt die Commerzbank die EU-Erzeugung, die 2018/19 mit nur 18,2 Mio. t um 15 Prozent kleiner als im Vorjahr ausfallen soll. Ausschlaggebend sind Ertragsrückgänge um 13 Prozent. Da der Zuckerpreis in der EU im November mit durchschnittlich 320 €/t um 90 €/t niedriger als ein Jahr zuvor lag, rechnet die Commerzbank damit, dass die Erzeuger die Fläche weiter einschränken werden. Die Südzucker hat bereits Werksschließungen angekündigt.

Brasiliens Real wichtiger Faktor für die Preise

Am Weltmarkt hat der New Yorker Rohzuckerpreis seit Jahresbeginn um etwa 7 Prozent zugelegt. Geringer waren die Gewinne der Londoner Weißzuckernotierung um 3 Prozent. Die Commerzbank beurteilt diesen Anstieg als „moderat“. Für den weiteren Verlauf der Kurse empfiehlt sie, neben der Versorgungslage auch die Wechselkurse der brasilianischen Währung zu beobachten. Nach dem Regierungswechsel hatte in Brasilien der Kurs zugelegt, ist aber mit hohen Unsicherheiten behaftet, weil der neue Präsident im Parlament nicht immer sichere Mehrheiten findet. Sollte sich der Real weiter festigen, würde dies die Ausfuhren von dort verteuern und wegen der brasilianischen Dominanz am Zuckermarkt auch die in US-Währung notierten Zuckerpreise stützen.

Die Commerzbank rechnet im 4. Quartal 2019 mit einem Rohzuckerpreis in New York von 15 US-Cent je Pfund. Zu Wochenbeginn, am 4. Februar, notierte New York 12,6 US-Cent je Pfund. Die für europäische Verhältnisse aussagekräftigere Weißzucker-Notierung in London stand zu Wochenbeginn bei 340 US-$/t. Hierfür gibt die Commerzbank keine Prognose ab. Wie niedrig der Kurs ist, zeigt ein Rückblick. Vor einem Jahr notierte Weißzucker in London Anfang Februar mit etwa 360 US-$/t auch schon auf sehr niedrigem Niveau. Denn noch vor zwei Jahren – im Februar 2017 – waren am Weltmarkt lukrative 560 US-$/t für Weißzucker zu erzielen.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 6. Februar 2019 11:37 | Permanent-Link

    Vorstehend die Analyse einer Bank, geschickt getarnt in der Anonymität jeweiliger Personen ohne öffentliches Gesicht, wo glasklar offenbar wird, dass man alleinig Eigeninteressen fokussiert, jene über die prognostizierten Ertragszuwächse geschaffenen Rahmenbedingungen, um eine direkte Konfiskation von Bauernvermögen realisieren zu können. Bislang funktionierte die Synthese des Inflationssozialismus in Einklang mit dem Fiskalsozialismus herausragend gut. Das anhaltende Höfesterben untermauert recht eindrucksvoll eben diesen Sozialisierungsprozess.

    Eine Bank, die noch immer zu 15% Allgemeineigentum ist und dato nur mit Steuergeldern überhaupt am knallharten Finanzmarkt überlebenstauglich bleibt, entscheidet über der Bauern Wohl und Wehe schlechthin, ohne dabei in vorderster Priorität die finanzpolitischen Eigeninteressen jemals nur marginalst hintanzustellen. Letztendlich wird auch dadurch ein massiv um sich greifender Kannibalismus in Reihen der Bauern enorm befeuert.

    Genau aber auch auf diesen mittlerweile standardisierten Auswüchsen fußen aktuell Bürgerinitiativen wie die einer bayernweiten „Rettet die Bienen“-Aktion; man ist eben in einer zunehmend kritisch aufgeklärten Gesellschaft nicht mehr bereit, ein solches ausbeuterisches System weiterhin zu stützen. - Und wem fällt das zunächst brutalst auf die Füße;...richtig, dem schwächsten kleinsten Glied innerhalb dieser Kette, dem tumben Tor BAUER.

    Erweitert also diese Bürgerinitiative, wo unsere Honigbienchen ohnedies einzig plakativ herhalten müssen um eine wirklich sinnvolle inhaltliche Verflechtung: „Rettet die Bienen und schützt damit auch das gemeine Bauernvolk vor unseren Bangstern“! - Liebe Bienchen, Käfer & Co.; es grünt und blüht auf keinem spiegelglatten Finanzparkett, die dort beheimateten fresswütigen Protagonisten solltet ihr daher meiden wie der Teufel das Weihwasser....

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