Premiumweizen

Trotz Trockenheit noch gute Erträge

Rund 200 Landwirte, Züchter, Agrarhändler und Verarbeiter hat die Premiumweizen Messe Mainfranken nach Würzburg gelockt. Am Rande der Veranstaltung wurde allerdings mehr über den Markt geredet, als gehandelt.

Auch in weiten Teilen Mainfrankens hat die Landwirtschaft unter der anhaltenden Trockenheit im Frühjahr und Sommer dieses Jahres gelitten. Auch wird der überregionale Weizenabsatz zunehmend stärker durch logistische Probleme als Folge des Niedrigwassers behindert. Dennoch hat der feuchte Winter das Schlimmste verhindert. Die Bodenfeuchte in Verbindung mit lokalen Niederschlägen reichte zumindest auf den guten Ackerbaulagen aus, um relativ hohe Erträge einzufahren. In Regionen in denen die Böden nur ein geringes Wasserspeichervermögen haben, oder bei geringen Niederschlägen, gab es teilweise erhebliche Ausfälle.

Ertrag zufriedenstellend

Insgesamt zeigte sich Dr. Herbert Siedler vom Landwirtschaftsamt Würzburg anlässlich der Premiumweizen Messe Mainfranken noch zufrieden. Zwar habe der Weizenanbau als Folge der Trockenheit auf gut 80.000 ha abgenommen, doch konnte mit 6,6 t/ha in Summe ein durchschnittlicher Ertrag erzielt werden. Der 5-jährige Schnitt liegt bei gut 7,5 t/ha. Vom Winterweizen in Mainfranken sind, nach Auskunft Siedlers, 47 Prozent Premiumweizen-Sorten. Einen kleinen Teil nimmt Premiumweizen E1 mit den Sorten „Axioma“ und „Genius“ ein. Für die homogenisierten Partien Premiumweizen E2 mit der Sorte „Kerubino“ steht eine Erntemenge aus über 5.200 ha zur Verfügung. Die homogenisierte Produktlinie Premiumweizen A1 mit erhöhtem Backvolumen und höheren Proteingehalten besteht aus der Sorte „Patras“. Diese umfasst knapp 7.130 ha. Die homogenisierte Produktlinie Premiumweizen A2 aus den Sorten „RGT Reform“, „Apostel“, und „Spontan“ bilden mit 22.444 ha einen weiteren Schwerpunkt des Programms. Wie Siedler weiter ausführte, weist die fränkische Premiumweizen-Ernte 2018 mittlere Rohproteingehalte bei hohen Hektolitergewichten und Fallzahlen auf. Die Mahl- und Backeigenschaften seien ebenfalls durchschnittlich. Das Handelsvolumen von Premiumweizen bezifferte er für diese Saison auf 149.000 t. Davon werden voraussichtlich knapp 49.000 t von deutschen Verarbeitern nachgefragt. In die Benelux-Staaten dürften etwa 101.000 t abgesetzt werden. Italien und Frankreich spielen praktisch keine Rolle mehr als Abnehmer.

Raps stark geschädigt

Sorgen macht sich der Pflanzenbaufachmann in Bezug auf die Wintersaat. Größere Teile des Winterrapses seien auf Grund der Trockenheit irreversibel geschädigt. Es wurden bereits Flächen umgebrochen. Auch bei der Wintergerste sieht es in Mainfranken nicht gut aus. Nur beim spätsaatverträglichen Winterweizen hat Siedler noch Hoffnung. Es dürfen aber keine Kahlfröste kommen. „Bei uns sieht es für 2019 nicht nach einer Rekordernte aus“.


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