Prognose

Braugerste könnte knapp werden


Qualitätsbraugerste bleibt wohl auch weiterhin in der gesamten EU gesucht. Sie könnte nach Ansicht von Marktbeobachtern im neuen Jahr auch deutlich teuerer werden.

Die Knappheit ist eine Folge des Trockenjahres 2018. Daran konnte auch die größere Anbaufläche an Sommergerste in Deutschland nichts ändern. Ein besonderes Problem stellen für die Malzindustrie die vergleichsweise hohen Rohproteingehalte der jüngsten Ernte dar. Die Verarbeiter sind damit gezwungen, höhere Eiweißwerte zu akzeptieren, auch wenn in Großbritannien und Frankreich sowie in einigen Anbauregionen Süddeutschlands bessere Qualitäten eingebracht wurden.

Hohe Ausfuhr

Der Markt ist zudem angespannt, weil bereits größere Braugerstenmengen aus der EU in Drittländer exportiert wurden. Das Handelsvolumen innerhalb Europas bleibt freilich noch gering. Trotz der defizitären innereuropäischen Braugerstenbilanz tendieren die Notierungen aktuell eher seitwärts, oder sogar leicht abgeschwächt. Gegenwärtig werden für Partien mit 11,5 bis 12 Prozent Eiweiß franko Oberrhein 260 bis 264 €/t genannt. Offensichtlich fehlt das Kaufinteresse der Malzindustrie für Ware aus der Ernte 2018.  Neben der Proteinproblematik sorgt noch die angespannte Logistiksituation für Nervosität. Niedrigwasser hat den Gerstentransport deutlich einschränkt. Der Ausgleich von Überschuss und Mangel gestaltet sich deshalb bislang schwierig. Mit den nun eingesetzten Niederschlägen hoffen die Marktteilnehmer auf eine Normalisierung der Transportverhältnisse. Allerdings bleibt die Suche nach Frachtraum schwierig.

Der niederschlagsarme Herbst erschwert darüber hinaus die Aussaat der Wintergerste in Frankreich, sodass viele Marktteilnehmer mit einer Reduktion der dortigen Aussaatfläche rechnen.

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