Raps im Überfluss

Preisfantasien schwinden

Die Preise am Rapsmarkt dürften künftig noch weiter unter Druck geraten. Höhere Canola-Vorräte in Kanada und mehr Raps in der EU als zunächst erwartet zählen zu den Gründen.

Die  Analysten von „Oil World“ in Hamburg gehen von weiterem Druck auf die Rapsmärkte aus.  Sie begründen ihre Einschätzung mit einer höher als erwarteten Produktion weltweit 2017/18, großen Vorräten an Canola in Kanada und Australien sowie an Rapssaat in der Europäischen Union.

Die Kurse für Rapssaat an der Matif in Paris haben mit 344€/t zum Frontmonat Februar 2017 Mitte Januar bereits den tiefsten Wert seit 18 Monaten erreicht. Und die Hamburger Marktexperten rechnen damit, dass die Kurse noch weiter abrutschen. Viel hänge nun von der Verkaufspolitik der Landwirte in der EU ab, heißt es dazu weiter. Sollten die Erzeuger, die mit ihrem Verkaufsplan nach Einschätzung von Oil World derzeit „weit zurückhängen“, in den kommenden Wochen „das Handtuch werfen und verkaufen“, sei es denkbar, dass die Pariser Rapspreise unter die Marke von 340€/t fallen.

Verhaltene Öl-Nachfrage

In der EU waren die Endbestände an Raps zum Ende des Jahres 2017 rund 2 Mio. t höher als Ende 2016. Dazu haben Importe auf Rekordniveau in der ersten Hälfte der laufenden Saison beigetragen. Hinzu kam eine nur verhaltene Nachfrage nach Rapsöl. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2017/18 schätzen die Analysten die Vorräte in der EU auf 1,7 Mio. t, nach 1,5 Mio.t im Vorjahr.

Noch deutlicher fällt der Bestandsaufbau in Kanada aus, wo die Canola-Vorräte zum Ende der Saison mit 2,4 Mio. t gut 1 Mio.t über dem Niveau von 2016/17 liegen sollen. 

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