Rapsexporte

Kanada hofft auf Europa


Nach einer Empfehlung eines Agrarmagazins fassen immer mehr kanadische Betriebe für den europäischen Markt ins Auge.
Bild: Pixabay / moinzon
Nach einer Empfehlung eines Agrarmagazins fassen immer mehr kanadische Betriebe für den europäischen Markt ins Auge.

In Kanada lassen sich viele Farmen zertifizieren, um die europäischen Nachhaltigkeitskriterien für Biodiesel zu erfüllen. So soll der Exportstopp nach China ausgeglichen werden.

Seitdem China seine Rapsimporte aus Kanada eingestellt hat, fürchten Kanadas Landwirte um den Canola-Absatz. Fallende Preise und steigende Bestände beunruhigen auch den Handel, der nach Alternativen sucht. Ein attraktiver Exportmarkt ist die Europäische Union, in der 2019 eine Rapsernte von nur 17 Mio. t erwartet wird.

2018 exportierte Kanada 4,3 Mio. t Canola nach China. Zwar gibt es immer wieder Gerüchte, dass trotz des chinesischen Embargos einzelne Schiffe den Weg in die Volksrepublik finden. Doch selbst wenn diese Meldungen der Wahrheit entsprechen sollten, wären die Lieferungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine Hürde für Canola aus Kanada waren bisher fehlende Nachhaltigkeitszertifikate, die in der Europäischen Union bei einer Weiterverarbeitung des Rapsöls zu Biodiesel notwendig sind.


Um den Absatz in der EU zu fördern, werden die Farmen bei der Zertifizierung unterstützt. 2018/19 exportierte Kanada rund 800.000 t Canola in die EU, schätzt Chad Molesky, Manager vom Handelshaus Viterra gegenüber dem kanadischen Agrarmagazin Western Producer. Im kommenden Wirtschaftsjahr könnten es 1,3 bis 2,0 Mio. t werden, sagte er weiterhin. Das Unternehmen empfiehlt deshalb den Farmern, sich zertifizieren zu lassen und wirbt damit, dass es sich dabei um einen einfachen Prozess handle. Dies stößt offenbar auf eine positive Resonanz, denn seit Februar sei die Zahl der zertifizierten Betriebe um 20 Prozent gewachsen.

Bisher konzentrierte sich Vinterra auf Erzeuger in Manitoba und Ost-Saskatchewan, da der größte Teil des Handels mit Europa über Thunder Bay und Montreal abgewickelt wird. Nun sollen auch Farmer in West-Saskatchewan und Alberta motiviert werden, deren Canola-Produktion traditionell Richtung Asien vermarktet wird.

Neben der wachsenden Nachfrage in der EU prognostiziert Molesky einen zusätzliche Bedarf von 200.000 Tonnen in Pakistan und Bangladesch. Auf den anderen etablierten Märkten wie Japan, Mexiko und den USA gebe es wegen der Konkurrenz zu billigen Sojabohnen dagegen kaum Chancen für zusätzliches Geschäft.

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