Frisch gemixt: Individuelle Düngermischungen für die Kulturen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit in der Landwirtschaft.
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Frisch gemixt: Individuelle Düngermischungen für die Kulturen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit in der Landwirtschaft.

Die Getreideernte war noch nicht bundesweit abgeschlossen, da klingelten beim Düngerhandel schon die Telefone heiß und E-Mails mit Bestellungen erschienen auf dem Bildschirm. In diesem Jahr haben Landwirte und Primärgenossenschaften schon zu einem frühen Zeitpunkt im Juli und August ihre ersten Aufträge für Stickstoffdünger abgegeben, bestätigen Händler gegenüber der agrarzeitung (az). Grund war eine insgesamt feste Stimmung, die sich auf den internationalen Düngermärkten abzeichnete. Marktführer Yara eröffnete den Preisreigen für stickstoffhaltige (N-) Dünger. Im September schob der norwegische Produzent noch einmal nach und erhöhte die Kurse für Aufträge ab sofort. Für KAS liegen Offerten beim Handel zu 230 €/t vor. Granulierten Harnstoff gibt es begrenzt zu Preisen von 285 €/t. Spätere Termine bis Ende Januar haben Aufgelder bis zu 20 €/t.

Wieder einmal ist es das Exportverhalten Chinas, das auf dem Markt für das Leitprodukt Harnstoff die Richtung vorgibt. Zwischen 5 und 7 Mio. t Harnstoff exportiert China im Jahr. Doch wegen den veralteten Anlagen und den hohen Aufwendungen für Kohle als Energielieferant mussten einige Werke vorübergehend oder ganz stillgelegt werden. China war als teuerster Produzent nicht am Markt. Doch im Laufe der vergangenen Wochen stieg die Nachfrage nach Harnstoff auf dem Weltmarkt, sodass chinesische Ware benötigt wurde, aber eben zu einem höheren Preis als sogar die nordafrikanischen Produzenten, Harnstoff anbieten. Auch der prosperierende indische Markt ist wieder angesprungen. Umfangreiche Käufe haben die Stabilität für Stickstoffdünger unterstützt. In Deutschland bekommen Landwirte den Stickstoffdünger günstiger als ihre indischen Kollegen, gibt ein Händler zum Besten.

Der deutsche Markt ist für die erste Gabe noch nicht völlig gedeckt, aber bis zu 30 Prozent der gesamten Stickstoffmengen dürften bereits verkauft sein. Die Hersteller werden im laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18 die Auswirkungen der Düngeverordnung spüren. Marktteilnehmer erwarten einen Mengenrückgang von rund 5 bis 10 Prozent der insgesamt 1,6 Mio. t N-Ware, die 2016/17 in Deutschland abgesetzt wurden. Der Anteil der großen N-Sorten wie Kalkammonsalpeter (KAS) und Harnstoff dürfte weiter abnehmen. Im Vorteil sind Einzelkomponenten wie Kali oder Phosphat, die als Rohstoff in die Mischungen gelangen. Aber auch die Schwefeldünger dürften weiter ihre Anteile ausbauen. (da)
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