Ausblick Rindfleisch

Experten erwarten Preisanstieg


Im letzten Jahr wurden vermehrt weibliche Rinder geschlachtet.
Bild: Pixabay / Alexas_Fotos
Im letzten Jahr wurden vermehrt weibliche Rinder geschlachtet.

Das besondere Trockenjahr 2018 hat sich auch auf den heimischen Markt für Schlachtrinder ausgewirkt. Die Dürre führte regional zu ernsthaften Engpässen bei der Grundfutterversorgung.

Die Folgen waren unter anderem eine erhöhte Zahl an Schlachtungen von weiblichen Tieren. Dies dürfte nennenswerte Auswirkungen auf das kommende Jahr haben, meinen Marktbeobachter. Vor allem wird 2019 der Anteil von Kühen und Färsen in der Schlachtung wohl spürbar schrumpfen. Insgesamt prognostizieren die Experten einen Rückgang der Erzeugung von immerhin bis zu 2,8 Prozent. Im Gegenzug wird ein Anstieg der Schlachtereiauszahlungspreise erwartet.

„Südamerikaner steigern ihre Exporte um 11 Prozent.“
Bernd Stange von dem niederländisch-deutschen Fleischunternehmen Vion etwa meint: „Ich denke, dass der Preis für Kühe auf ‚3 Euro plus x‘ pro Kilo steigen wird, auch die Jungbullenpreise werden um 2 bis 3 Prozent anziehen.“ Diese Prognose erscheint durchaus realistisch und wird mit der künftigen Angebotsentwicklung begründet. Gegenläufig zur stetigen beziehungsweise steigenden Nachfrage nach Rindfleisch ist die Rindermast hierzulande eher rückläufig. Im jetzt zu Ende gehenden Kalenderjahr hatte Deutschland nur noch einen Selbstversorgungsgrad von knapp 95 Prozent. Um das rege Konsuminteresse, gerade auch an Edelteilen, zu decken, ist der hiesige Markt zunehmend auf Importe aus Drittländern angewiesen. Das eröffnet vor allem den maßgeblichen Anbietern aus Südamerika Perspektiven. Argentinier, Uruguayer und Brasilianer lieferten bereits 2018 gleich 11 Prozent mehr Rindfleisch.

Diese traditionellen Exportländer von Rindfleisch sowie die USA dürften voraussichtlich in den nächsten Jahren ihre Rindfleischerzeugung nochmals spürbar ausweiten. Wegen der wachsenden Kaufkraft in vielen Teilen der Welt besteht nämlich auch weiterhin international eine hohe und voraussichtlich sogar wachsende Nachfrage für Rindfleisch. Dies betrifft aber nicht nur die asiatischen Märkte, wenngleich hier die größten Zuwächse zu erwarten sind. Deshalb wird in Fernost sowie in den Golfstaaten künftig wohl vermehrt Rindfleisch in Deutschland bestellt – wenn es denn verfügbar ist.

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