Russland

Weizenerzeugung auf Wachstumskurs


Am Getreidemarkt dominiert zurzeit ein Thema. Immer wieder geht es um Russland. Tatsächlich ist die Weizenernte dort unvorstellbar groß.

Von Monat zu Monat erhöht das US-Agrarministerium (USDA) in seinen regelmäßigen Wasde-Berichten die Schätzung zur diesjährigen  russischen Weizenernte. Im November-Bericht stehen jetzt 83 Mio. t. Das bedeutet, dass die Ernte 2017 um 50 Prozent größer als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre ausgefallen sein könnte (siehe Grafik).

Grafik: az

Der gewaltige Anstieg der Erntemenge beruht auf mehreren Faktoren:

  • Die Anbaufläche ist ausgedehnt worden. Es gibt zwar jährliche Schwankungen, aber einen deutlichen Trend: Bis vor zehn Jahren waren etwa 25 Mio. ha mit Weizen bestellt, jetzt sind es mehr als 27 Mio. ha.
  • Die Erträge steigen. Für 2017 schätzt das USDA einen mittleren Ertrag von 3,1 t/ha. Auch hier sind große Jahresausschläge die Regel, aber vor zehn Jahren waren eher um die 2 t/ha an der Tagesordnung.
  • Wetterextreme sind seit 2013 ausgebleiben. Davor hatte im August 2012 brütende Hitze einen Großteil der Ertragserwartungen zunichte gemacht. Extrem ungünstig war das Wetter auch im Erntejahr 2010 mit einer Abfolge von Auswinterung, Trockenheit und Hitze.
Die riesige russische Weizenernte 2017 drückt seit Monaten auf den internationalen Getreidemarkt. Immerhin müssen 5 Mio. t mehr am Weltmarkt verkauft werden als vor einem Jahr und 8 Mio. t mehr als vor zwei Jahren. Aufnahmefähig ist aber auch der russische Binnenmarkt. Das USDA geht davon aus, dass die Weizenverfütterung in dieser Saison kräftig ansteigt. Seitdem das Land Importe von Fleisch aus dem Westen weitgehend gestoppt hat, wächst die Fleischerzeugung in Russland stark an. Damit ist Absatz für Futtergetreide geschaffen
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