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Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) schätzt die Getreideernte jetzt etwas niedriger ein als vor einem Monat. Im Nordosten Deutschlands ist es immer noch zu trocken.

Der DRV erwartet in seiner dritten Schätzung in diesem Jahr eine Ernte in Höhe von 47,2 Mio. t. In seiner Prognose vor einem Monat bezifferte der DRV die hiesige Getreideproduktion noch mit 47,6 Mio. t. Jetzt sind es 0,4 Mio. t weniger.

Von den 47,2 Mio. t sollen mit knapp 24,3 Mio. t mehr als die Hälfte auf Weizen entfallen. Winterweizen wird nun um 0,1 Mio. t geringer auf 24 Mio. t geschätzt. Wintergerste gibt ebenfalls gegenüber dem Vormonat um 0,1 Mio. t auf 9,8 Mio. t nach. Die Gerstenernte soll bei 11,9 Mio. t liegen.
„Der Regen kam gerade noch rechtzeitig, um die Kulturen vor gravierenden Schäden zu bewahren“ betont Guido Seedler, Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV). Die feuchte und kühle Witterung der vergangenen Wochen habe den Trockenstress für die Getreide- und Ölsaatenbestände deutlich reduziert. 

Regen unterschiedlich verteilt

Allerdings gibt es bei den Niederschlagsmengen weiterhin ein West-Ost-Gefälle. Während im Süden und Westen durch teilweise viel Regen eine deutliche Entspannung festzustellen ist, fällt sie im Nordosten Deutschlands deutlich geringer aus. „Dort wird weiterhin dringend Regen benötigt, die Situation steht auf Messers Schneide“, fährt Seedler fort. Dabei ist gerade jetzt eine ausreichende Wasserversorgung erforderlich, denn Gerste und Roggen haben die Ähren bereits geschoben, beim Weizen steht dies unmittelbar bevor. In dieser Entwicklungsphase entscheidet sich, ob die Pflanzen ihr Ertragspotenzial optimal ausschöpfen.

Raps etwas schwächer als im Vormonat

Die Rapsblüte klingt derzeit ab. In einigen Regionen mit knapper Wasserversorgung haben die Pflanzen wie im Vorjahr Blüten abgeworfen. Vor diesem Hintergrund hat der DRV seine Schätzung der Hektarerträge leicht zurückgenommen und geht gegenwärtig von einer Rapsernte in Höhe von 3,0 Millionen Tonnen nach gut 3,2 Millionen Tonnen im Vormonat aus. Dieser Rückgang ist neben der Wasserknappheit auf eine erneut reduzierte Anbaufläche zurückzuführen: In seiner aktuellen Prognose geht das Statistische Bundesamt davon aus, dass auf 887.000 Hektar Raps angebaut wird. Diese Fläche ist 28 Prozent kleiner als im Vorjahr.

 

DRV-Schätzung zu den Frühjahrsaussaatflächen bestätigt

Das Statistische Bundesamt hat in seiner Veröffentlichung zu den Aussaatflächen vom 13. Mai die Schätzungen des DRV zu den Frühjahrsaussaatflächen bestätigt. Lediglich beim Sommerweizen weichen die Einschätzungen ab. Hinsichtlich der gesamten Anbaufläche für Getreide deckt sich allerdings die DRV-Prognose mit den Einschätzungen der Bundesstatistiker.

Der DRV legt seine nächste Ernteschätzung zum Raiffeisentag Anfang Juni vor.

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