Sojabohnen

Brasilien steigert GVO-freie Produktion

Soja in Brasilien
Abiove
Soja in Brasilien

Eine steigende europäische Nachfrage sorgt für ein Wachstum der konventionellen Soja-Fläche in Brasilien. Für eine Abkehr von der Gentechnik gibt es aber auch wirtschaftliche Gründe.

In Brasilien könnte die Anbaufläche für GVO-freie Sojabohnen im kommenden Jahr um zwei bis vier Prozent zunehmen. Hauptgrund für die Entscheidung der Farmer sei die steigende Nachfrage in Europa, stellt die brasilianische landwirtschaftliche Forschungsgesellschaft Embrapa fest. Es gebe aber auch Landwirte, die aus wirtschaftlichen und agronomischen Gründen zu konventionellen Sorten zurückkehren, stellen die Forscher fest. Der jahrelange Anbau von herbizidtoleranten Sorten und der Einsatz der entsprechenden Mittel habe resistente Unkräuter hervorgebracht. Gleiches gelte für die BT-Sorten, die Toxine gegen Insekten enthalten. Die Resistenz von Unkräutern und Insekten zwinge die Landwirte, weitere Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Dieser Mehraufwand und die höheren Kosten für das GVO-Saatgut verteuerten die Produktion und sorgten für ein steigendes Interesse an konventionellen Sorten.

Anteil von GVO-Soja weiter hoch

In Brasilien werden auf etwa 6 Prozent der Sojaflächen konventionell gezüchtete Sorten angebaut. Trotz der erwarteten Steigerung der Produktion wird dieser Anteil im kommenden Anbaujahr eher sinken. Derzeit wird erwartet, dass die gesamte Sojafläche noch stärker um 3 bis 5 Prozent auf bis zu 37 Mio. ha wächst. Wichtigster Bundesstaat für den Anbau von GVO-freiem Soja ist Mato Grosso, wo auf rund 15 Prozent der Felder konventionelle Sorten angebaut werden. Nicht alle Landwirte lassen ihre konventionelle Produktion zertifizieren, weil ihnen den Aufwand für die Separierung zu groß ist. Ein Teil der gentechnikfreien Ware wird deshalb mit GVO-Bohnen vermarktet.


Vor dem Anbau sollten die Landwirte jedoch die Vermarktung klären, raten die Forscher von Embrapa. Denn auch auf dem Markt für konventionelle Sojabohnen würden die Gesetzte von Angebot und Nachfrage gelten. Vor vier Jahren habe es eine starke Ausdehnung der konventionellen Flächen gegeben, worauf die Prämien für GVO-freie Ware gefallen seien. Höhere Preise für die konventionelle Ware seien notwendig, um den Aufwand für die Trennung der Bohnen von der GVO-Ware zu finanzieren. Dazu zählen unter anderem die Reinigung der Transportfahrzeuge, Ernte- und Sämaschinen sowie die separate Lagerung.

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