Sojamarkt

China benötigt weniger Bohnen


Eine größere Anbaufläche und schrumpfende Schweinebestände beeinflussen den chinesischen Sojabdarf. Gestützt wird die Nachfrage durch das Verfütterungsverbot von Lebensmittelabfällen.

China könnte die Sojaproduktion im kommenden Jahr um 5,7 Prozent auf 16,8 Mio. t steigern. Die Agrarexperten in der Botschaft der USA in Peking gehen davon aus, dass die Landwirte auf höhere Subventionen reagieren und die Anbaufläche um 5,4 Prozent auf 8,85 Mio. ha ausdehnen.

Das größere Angebot stößt auf eine sinkende Nachfrage nach Sojaschrot. Für 2019/20 sehen die Analysten im Futtersektor einen Bedarf von 63,3 Mio. t, das wären 3,3 mio. t weniger als im Vorjahr. Dies führt zu niedrigeren Importen von Sojabohnen von nur noch 83 Mio. t. Das sind 1 Mio. t weniger für 2018/19 vorhergesagt werden. 2017/18 hatte China noch 94,1 Mio. t Sojabohnen importiert und die Prognosen für die Folgejahre sahen zu diesem Zeitpunkt einen Anstieg auf mehr als 100 Mio. t. Der von der Botschaft in Peking prognostizierte Sojaimport für 2019/20 ist um 4 Mio. t kleiner als die aktuelle USDA-Schätzung. Mit Spannung wird deshalb erwartet, ob am Donnerstag im neuen Wasde eine Korrektur erfolgt. 


Auch bei Rapssaat wird mit einem Rückgang der Exportmengen gerechnet, der vor allem aus dem Importverbot für kanadische Canola-Saat resultiert. Die Niedrigere Verarbeitung der chinesischen Ölmühlen steigert den Importbedarf für Pflanzenöle. Den stärksten Anstieg verzeichnet dabei Sojaöl von 481.000 t im Jahr 2017/18, über 1,2 Mio. t (2018/19) auf 1,8 Mio. t im kommenden Wirtschafsjahr.

Angesichts der stark gesunkenen Schweinebestände erscheint vielen Analysten die Sojaschrotnachfrage in China nach wie vor recht robust. Beobachter vor Ort verweisen darauf, dass die chinesische Regierung die Verfütterung von Lebensmittelabfällen verboten hat, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu vermeiden. Dies zwinge viele kleine Schweinehalter dazu, Mischfutter einzukaufen, das Sojaschrot enthält. So werde ein Teil des Nachfrageeinbruchs kompensiert.

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