Sparpaket

Gerüchte um Exportzoll in Argentinien


In der Casa Rosada dem Amtssitz von Präsident Macri in Buenos Aires werden die Details des Sparpaketes beraten.
Gobierno de Argentina
In der Casa Rosada dem Amtssitz von Präsident Macri in Buenos Aires werden die Details des Sparpaketes beraten.

Das Haushaltsdefizit und der Wertverfall des Pesos zwingen die argentinische Regierung zu drastischen Maßnahmen. Diskutiert werden neue Zölle für Mais und Weizen.

Knapp drei Jahre nach der Abschaffung der Exportsteuern auf Mais und Weizen, könnten die Abgaben wieder eingeführt werden. Die argentinische Regierung berät derzeit, wie das Haushaltsdefizit gesenkt werden kann. Die hohe Staatsverschuldung hat Zweifel über die Zahlungsfähigkeit des Landes aufkommen lassen. Seit dem Jahresbeginn hat der Peso mehr als 54 Prozent an Wert verloren.

Pressekonferenz soll Klarheit bringen

Argentiniens Präsident Mauricio Macri plant, mehrere Ministerien abzuschaffen, um Kosten zu senken. Die Zeitung Clarin berichtet, dass die Zahl von derzeit 19 auf 10 gesenkt werden soll. Hartnäckig halten sich zudem Gerüchte, dass die Exporte von Mais und Weizen wieder mit Abgaben belegt werden sollen, um die Staatseinnahmen zu erhöhen. Weder das Landwirtschafts- noch das Finanzministerium äußerten sich bisher zu den Medienberichten. Für den heutigen Montag ist in Buenos Aires eine Pressekonferenz angekündigt, in der die Einzelheiten des Sparpaketes bekannt gegeben werden sollen. Die Regierung steht unter Handlungsdruck. Mit einem Konzept zur Senkung des Haushaltsdefizits hofft sie, den Internationalen Währungsfonds (IWF) dazu zu bewegen, bereits zugesagte Hilfsgelder früher auszuzahlen.

Mais- und Weizenanbau wurde ausgedehnt

Nach seinem Amtsantritt im Jahr 2015 hatte Macri den fünfprozentigen Exportzoll für Mais und Weizen abgeschafft, um der Landwirtschaft Argentiniens Impulse zu geben. Die Maßnahme zahlte sich aus, denn die argentinischen Farmer investierten in die Getreideproduktion. Die Anbaufläche für Mais wuchs von 3,65 Mio. ha im Jahr 2014/15 auf 5,8 Mio. ha, die für die Saison 2018/19 erwartet werden. Der Weizenanbau wurde im gleichen Zeitraum von 5,0 auf 5,9 Mio. ha ausgedehnt. Eine Studie der Getreidebörse Rosario zeigte, dass durch die größere Produktion, den Kauf von mehr Betriebsmitteln, Landmaschinen und höhere Gewinne der landwirtschaftlichen Betriebe, der Staat seine Steuereinnahmen in einem Umfang steigern konnte, der die früheren Einnahmen aus dem Exportzoll übertrifft.  

Agrarbranche unterstützt Macri bisher

Macri würde mit der Wiedereinführung der Exportabgaben auf Mais und Weizen die Agrarbranche innerhalb kurzer Zeit ein zweites Mal vor den Kopf stoßen. Die bereits beschlossene Aussetzung der Zollsenkungen für Sojabohnen hatte unter den Betroffenen großen Unmut hervorgerufen. Die Agrarbranche gehört bisher zu den wichtigsten politischen Stützen des Präsidenten.

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