Südostasien

Palmölproduktion steigt deutlich

Die Ölpalmen in Indonesien und Malaysia erholen sich vom El Nino-Jahr 2015. Für 2018 rechnen Experten vor Ort mit einer Rekordproduktion und sinkenden Preisen.

Die Palmölproduktion in Indonesien und Malaysia könnte in diesem Jahr auf ein neues Rekordniveau steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Reuters-Umfrage unter Händlern, Plantagenbesitzern und Analysten in den beiden Ländern, die für fast 90 Prozent der weltweiten Palmölproduktion stehen. Indonesien könnte demnach 37,8 Mio. t und Malaysia 20,5 Mio. t Palmöl produzieren. Die Experten des US-Agrarministeriums schätzen die malayische Palmölproduktion für das Wirtschaftsjahr 2017/18 ebenfalls bei 20,5 Mio. t und erwarten in Indonesien sogar 38,5 Mio. t.

Vorläufige Zahlen des malayischen Palmölverbandes gehen für 2017 von 19,9 Mio. t aus, das sind 1 Mio. t mehr als das USDA für 2016/17 bilanziert. In den unterschiedlichen Bewertungen schlägt sich die hohe Produktion in der zweiten Jahreshälfte 2017 nieder. Der indonesische Palmölverband schätzt die Produktion im vergangenen Jahr auf 36,5 Mio. t und liegt damit ebenfalls deutlich über den USDA-Zahlen für das Wirtschaftsjahr 2016/17 (35 Mio. t).

Die von Reuters befragten Experten rechnen in diesem Jahr mit einem durchschnittlichen Palmölpreis von 2.620 MYR/t (676,30 US-$/t), verglichen mit 2.807 MYR/t im Jahr 2017. Der Preisdruck resultiere nicht nur aus einer höheren Palmölproduktion. Auch bei den anderen Pflanzenölen rechnen die Experten mit einem größeren Angebot. Das USDA erwartet für 2017/18 eine globale Pflanzenölproduktion von 196,9 Mio. t, das wären noch einmal 8,2 Mio. t mehr als im Rekordjahr 2016/17. Gestützt werden könnte der Palmölmarkt durch höhere Erdölpreise, denn dadurch wird Biodiesel aus Palmöl wettbewerbsfähiger. Indonesien strebt beispielsweise an, die Biodieselsubventionen auszuweiten.

Grund für die gestiegenen Palmölmengen seien Neuanpflanzung auf älteren und damit ertragsschwächeren Plantagen, heißt es bei den Produzenten. Weil immer mehr junge Pflanzen nun Früchte tragen, erhöhe sich die Erntefläche. Unterstützt wurde diese Entwicklung von ausreichenden Niederschlägen. Die aktuelle Produktion wird sich saisonbedingt bis März verlangsamen und im dritten Quartal ihren Höhepunkt erreichen. Für das erste Quartal rechnen die Experten im Jahresvergleich mit einem zweistelligen Wachstum, das anschließend in ein einstelliges Wachstum übergehe werde.
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