Märkte am Morgen: Getreide

Überraschende Kursgewinne

Weizen: Die Notierungen an der Matif gaben nach Gewinnmitnahmen und dem Einfluss der USDA-Schätzungen nach. Der Frontmonat September verlor 3,25 €/t. Der Dezember schloss 2,25 €/t schwächer und mit 169 €/t. Am Hamburger Markt notierte Weizen Basis 12 Prozent Protein für Lieferung im September zum Wochenschluss je nach Geld- oder Briefseite 0,50 bis 1 €/t über Matif-Dezember.
 
Erwartungsgemäß hat das USDA die Schätzung für die EU-Weizenernte nach unten korrigiert. Mit einer Gesamtweizenernte von 147,5 Mio. t, also einschließlich etwa 9 Mio. t Durum-Weizen, bewegt sich das USDA allerdings höher als gängige Schätzung aus Europa. In Frankreich war die Weizenernte vor dem Wochenende zu 76 Prozent abgeschlossen.
 
In Chicago fiel Weizen nach Veröffentlichung der USDA-Zahlen zweistellig in den roten Bereich. Shortabdeckungen brachten die Kurse aber wieder hoch. Der September legte 6,2 Cent/bushel auf 4,22 US-$/bushel zu. Die Fonds starteten erste Positionsbereinigungen und Shortabdeckungen für den Frontmonat September.
 
Die Aussichten für den internationalen Weizenmarkt sind bärisch, zumal das USDA die globale Weizenernte trotz der schwächeren europäischen Weizenernte um fast 5 Mio. t auf 743 Mio. t anhoben hat. Vor allem die um weitere 1,6 Mio. t auf über 63 Mio. t nach oben korrigierte US-Weizenernte dürfte in Chicago unabhängig von kurzfristigen technischen Einflüssen für Druck sorgen.
 
In Russland liegen die Weizenpreise derzeit rund 20 US-$/t unter den vergleichbaren Weizenpreisen in der EU. Die laufende Ernte in Russland bringt zwar Spitzenerträge, doch die Proteinwerte fallen Agenturberichten zufolge schwächer als üblich aus.
 
Mais: Auch die Chicagoer Maisnotierungen konnten sich nach zwischenzeitlichen deutlich zweistelligen Notizverlusten, neuen Kontrakttiefs auf allen Termin und dem Fall auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren noch etwas erholen. Short-Eindeckungen brachten die Kurse zumindest im hellgrünen Bereich. Der September schloss mit 3,22  US-$/bushel leicht über dem Vortag.
 
Die äußerst bärische Schätzung der US-Maisernte auf ein Rekordniveau von 385 Mio. t scheint noch keine nachhaltigen Reaktionen auszulösen. Heute Morgen bewegen sich die vorbörslichen Maiskurse an der elektronischen Börse in Chicago ebenso wie Weizen noch im grünen Bereich. Die Reaktion der Parkettbörse bleibt abzuwarten.
 
An der Matif verlor Mais für November 1,25 €/t und fiel auf unter 166 €/t. Der schwächere Weizen und Chicago drückten. Das USDA taxiert die kommende EU-Maisernte mit 62,1 Mio. t nun 1,7 Mio. t niedriger als in seinen Juli-Report.
 
China scheint doch etwas mehr Mais aus seinen staatlichen Lägern loswerden, als zuletzt berichtet. Seit Mai konnte China immerhin 13 Mio. t aus seinen Lagerbeständen auf dem Binnenmarkt verkaufen und seine gewaltigen Überschüsse zumindest etwas reduzieren. Für die kommende Kampagne erwartet das USDA einen Bestandsabbau Chinas von 6 Mio. t auf noch immer rund 104 Mio. t. (St) 
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