Die ungünstige Witterung sorgte 2018 in ganz Europa für eine geringere Rapsernte.
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Die ungünstige Witterung sorgte 2018 in ganz Europa für eine geringere Rapsernte.

Die Rapsernte 2018 fiel deutlich kleiner aus als im Vorjahr. Diese Lücke wurde aber nicht – wie erwartet – mit Importen gefüllt. Stattdessen drosselten Ölmühlen ihre Nachfrage.

In der ersten Wirtschaftsjahreshälfte 2018/19 hat Deutschland die Gesamtmenge von 3,1 Mio. t Raps eingeführt. Überraschenderweise sind das fast 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, obwohl die Rapsernte 2018 in Deutschland 14 Prozent kleiner ausgefallen war als die vorjährige. Marktteilnehmer hatten mit wachsenden Importen gerechnet, meldet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop).

2,2 Mio. t weniger Raps

Stattdessen verringerte sich der Importbedarf, weil die Ölmühlen die Verarbeitungsmenge von Juli bis Dezember 2018 um rund 6 Prozent reduzierten.
Da nicht nur in Deutschland, sondern EU-weit die ungünstige Witterung die Ernte minimiert hatte, standen insgesamt rund 2,2 Mio. t weniger Raps zur Verfügung. Das drosselte das Exportpotenzial und spiegelt sich im Rückgang der Rapslieferungen nach Deutschland wider, die um 14 Prozent schrumpften. Aus anderen Teilen der Welt kam dafür zwar mehr, aber nicht genug, um das Defizit zu kompensieren.
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Während in den Vorjahren Raps vor allem aus Frankreich kam, setzte sich im laufenden Wirtschaftsjahr die Ukraine an die Spitze. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen von dort knapp 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf Platz zwei folgt Rumänien, dass fast 40 Prozent mehr lieferte, während aus Frankreich 18 Prozent weniger kamen. Über die Niederlande vergrößerte sich das Volumen um 15 Prozent und dürfte ausschließlich ukrainischen Raps beinhalten, mutmaßt die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH.

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