USDA-Monatsbericht

Aussichten für EU-Weizenexporte weiter abgesenkt


Die globale Maisbilanz wird enger als erwartet. Am Weizenmarkt gewinnt Russland noch mehr Gewicht. Das internationale Sojaangebot bleibt üppig, die Einbußen in Argentinien werden aber sichtbarer.

 

Im heutigen monatlichen Marktbericht „Wasde“ für Februar hat das US-Agrarministerium USDA vor allem die Ernteschätzungen in den südamerikanischen Länder angepasst. Dadurch ändern sich auch Exportmöglichkeiten und Endbestände. Einige Zahlen kamen für die Marktteilnehmer überraschend.

Weizen: Die Produktionsprognose für 2017/18 weltweit steigt im Vergleich zum Vormonat noch geringfügig auf 758 Mio. t. Grund sind höhere Erwartungen an die Weizenernten in der Ukraine und in Argentinien. Dem südamerikanischen Land misst das USDA auch ein größeres Exportpotenzial als bisher zu. Mit 12,5 Mio. t erreicht Argentinien aber noch nicht das hohe Vorjahresvolumen von 13,8 Mio. t. Kanada soll ebenfalls mehr Weizen als bisher erwartet exportieren können. In dieser Saison macht aber vor allem Russland das Rennen. Das USDA hat im Vergleich zum Vormonat noch 1,0 Mio. t aufgesattelt auf jetzt 36,0 Mio. t.

Diese Konkurrenz spüren vor allem die USA und die EU. Für die USA senkt das Ministerium die Exportschätzung um fast 0,6 Mio. t auf 25,9 Mio. t Weizen, für die EU geht es sogar 1,0 Mio.t bergab auf nur 26,0 Mio. t. Vor einem Jahr erreichten die EU-Weizenexporte noch 27,3 Mio. t, vor zwei Jahren sogar 34,7 Mio. t. Auf der Importseite stellt das USDA ebenfalls Gewichtsverschiebungen fest. Mit einem Zukaufbedarf von 12,5 Mio. t Weizen rückt Indonesien in dieser Saison erstmals auf Platz 1 vor Ägypten, das jahrelang die Liste der Importländer anführte.

Um fast 3,0 Mio. t im Vergleich zum Vormonat erhöht haben die Amerikaner außerdem die Schätzungen für den globalen Weizenverbrauch. Er könnte 745 Mio. t erreichen. Die Erzeugung übersteigt aber dennoch den Bedarf. Die Endbestände wachsen im Vergleich zum Vorjahr.

Reaktionen der Börsen
An der Chicago Board of Trade geben die Weizen-Futures in einer ersten Reaktion auf den neuen Wasde leicht nach. Grund sind dort die schwachen Aussichten für die US-Weizenexporte und die noch zunehmende Dominanz des preisgünstigen russischen Weizens. Auch die Matif quittiert die Absenkung der Exportprognose für die EU mit einem kleinen Abschlag. Dagegen können die Maisnotierungen etwas zulegen, nachdem das USDA den Amerikanern höhere Exportchancen bescheinigt. Außerdem ist die globale Bilanz enger als erwartet. Auch Soja profitiert, obwohl das Ministerium davon ausgeht, dass die sich die schwachen Zahlen der US-Sojaexporte auch im Rest der Saison fortsetzen werden. Die Herabsetzung der argentinischen Ernte hat jedoch etwas Schwung in den Kurse gebracht.
Mais: Enger als bisher erwartet wird indes die globale Maisbilanz 2017/18. Um die Höhe der Endbestände  hat es im Vorfeld der heutigen Schätzungen einige Spekulationen gegeben, die überwiegend nach oben deuteten. Das USDA hat anders entschieden. Die globalen Vorräte fallen gleich um 3,5 Mio. t niedriger aus als vor einem Monat angegeben. Jetzt stehen 203 Mio. t in der Bilanz, was auch gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Abbau um 27 Mio. t wäre. Kräftig sinken auch die Endbestände in den USA selbst. Grund sind deutlich bessere Aussichten für die US-Maisexporte, die das USDA im Vergleich zum Vormonat um 3,1 Mio. t auf 52,1 Mio. t erhöht hat.

Auf der Verliererseite steht Argentinien. Dort könnte die Maisernte wegen der andauernden Trockenheit im Vergleich zur Erwartung im Januar um 3 Mio. t auf 39 Mio. t schrumpfen. Damit sinkt auch das argentinische Exportpotenzial um 1,5 Mio. t auf 27,5 Mio. t Profitieren können die Brasilianer, für die jetzt Maisexporte von 35 Mio. t in Aussicht stehen – 1,0 Mio. t mehr als im Januar geschätzt. Die Erwartung an die brasilianische Maisernte steht unverändert bei 95 Mio. t. Etwas nach unten korrigiert hat das USDA die Erntezahlen für die Ukraine. Dort sind nach offiziellen Landesstatistiken 24,1 Mio. t gedroschen worden – statt 25,0 Mio. t wie bisher geschätzt. Damit geht auch das Exportpotenzial der Ukraine im Vergleich zum Vormonat um etwa 0,5 Mio. t auf 20,0 Mio. t zurück. Wegen der Abwärtskorrekturen der Ernten in Argentinien und der Ukraine sinkt die globale Maiserzeugung 2017/18 um rund 3 Mio. t auf etwa 1,04 Mrd. t. Sie verfehlt den Weltverbrauch um fast 27 Mio.t.

Sojabohnen: Die Änderungen in der Sojabilanz sind vor allem für die USA von Bedeutung. Dort steigen wegen der anhaltend schwachen Bohnenexporte die Endbestände. Das USDA geht jetzt für 2017/18 für die USA von Sojabohnenexporten von 57,2 Mio. t aus, das sind 1,6 Mio. t weniger als im Januar geschätzt. Global kommt es hingegen zu einem leichten Abbau der Endbestände im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Mio. t auf 98,1 Mio. t. Üppig versorgt ist der Sojamarkt damit jedoch allemal. Im Vergleich zum Vorjahr bauen sich die Bestände noch um 2,0 Mio. t auf. Mit Blick auf die südamerikanischen Sojaernten hat das USDA Abstriche in Argentinien um 2 Mio. t auf 54 Mio. t vorgenommen, wogegen Brasilien 2 Mio. t mehr als bisher erwartet einbringen soll. Dort steht mit 112 Mio. t fast der Vorjahresrekord von 114 Mio.t zur Ernte an.

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