USDA-Reports

Börsen reagieren gelassen auf Wasde & Co.


Meldet sich nach gut einmonatiger Shutdown-Pause zurück: Das US-Agrarministerium USDA.
USDA
Meldet sich nach gut einmonatiger Shutdown-Pause zurück: Das US-Agrarministerium USDA.

Am Freitag hat das US-Agrarministerium USDA zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder einen Wasde-Report veröffentlicht, nachdem der globale Marktbericht im Januar aufgrund des US-Haushaltsstreits entfallen war. Auch wichtige Marktberichte zur US-Aussaat und zu den Getreidevorräten wurden wieder publiziert. Die Reaktionen der Börsen blieben aber überschaubar. 

Weizen:
Die Weizenbestände in den USA steigen um knapp 1 Mio. t an auf 27,5 Mio.t , da die Verbrauchsprognose für den Futterbereich und die Saatgutverwendung reduziert wurde. Der Grund: im vierteljährlichen Report zu den Weizenbeständen waren die Vorräte im zweiten Quartal höher ausgefallen als bisher erwartet. Der Saatgutverbrauch geht zurück, da während des Zeitfensters für die Aussaat die Witterung mit heftigen Niederschlägen und niedrigen Temperaturen ungünstig war.

Global betrachtet, schätzt das US-Agrarministerium die Weizenproduktion knapp 1,4 Mio. t höher ein als im Dezember-Report und geht nun von 734,8 Mio. t Weizen aus. In Russland steigt die Ernteschätzung um 1,6 Mio. t auf 71,6 Mio.t , in Brasilien um 0,6 Mio. t auf 5,4 Mio. t und in Paraguay um 0,5 Mio. t. Dem stehen allerdings Abwärtskorrekturen um 1,1 Mio. t in China auf 131,4 Mio.t  und um 0,3 Mio. t in Argentinien auf 19,2 Mio. t gegenüber. Für die EU geht das USDA unverändert zum Dezember-Wasde von 137,6 Mio. t aus, auch die US-Produktion bleibt stabil bei 51,3 Mio.t.

Börsenreaktionen

Direkt nach Veröffentlichung der Zahlen reagierten die Weizen-Futures in Paris und die Soft-Red-Winter-Futures in Chicago freundlich, ohne jedoch Kurs-Rallys hinzulegen. Die Prognosen für die globalen Endbestände an Weizen im Wasde fielen niedriger aus als von Marktanalysten im Vorfeld der Berichte erwartet, die Zahl zu den  vierteljährlichen US-Beständen zum 1. Dezember 2018 im gleichfalls veröffentlichten Quarterly-Stocks-Report aber etwas höher. Die Aussaat von Winterweizen hingegen erreicht in den USA ein niedriges Niveau. Die Mais-Futures an der Börse in Chicago reagierten zunächst positiv auf die USDA-Zahlen, drehten aber dann wieder ins Minus. Während die US-Maisvorräte zum 1. Dezember geringer ausfielen als von Analysten erwartet, sind die weltweiten Endbestände etwas großzügiger ausgefallen als die Marktbeobachter erwartet hatten. Die Futures auf Sojabohnen und Sojaöl in Chicago gaben in einer ersten Reaktion auf die Wasde-Zahlen nach, auch die Rapssaat-Futures in Paris drehten ins Minus – auch wenn die USDA-Zahl zu den globalen Sojaendvorräten noch niedriger ausgefallen war als von den pessimistischen Analysten erwartet. Die vierteljährlichen US-Sojavorräte lagen in etwa auf einem Niveau mit den Analystenerwartungen. Einzig die Sojaschrot-Notierungen in Chicago reagierten freundlich.

Gleichzeitig steigt die Prognose für die weltweiten Weizenexporte um 1,3 Mio. t auf 178,7 Mio. t. Davon gehen 0,7 Mio. t auf das Konto von Pakistan, weil die dortige Regierung nach Angaben des USDA neue Exportsubventionen aufgelegt hat. In Russland steigt die Exportprognose um 0,5 Mio. t auf 37 Mio. t und in Paraguay um 0,4 Mio. t – in beiden Fällen, weil die Ausfuhrüberschüsse höher ausfallen. In Australien hingegen schätzt das USDA die Exporte um 0,5 Mio. t geringer ein als bisher mit 10 Mio. t, da die Verladungen bisher  langsam verlaufen. Die Prognose für die EU-Weizenexporte bleibt auf dem Dezember-Niveau von 22 Mio. t stehen. Auch die Exportprognose für US-Weizen bleibt stabil bei 27,2 Mio. t.

Der globale Verbrauch von Weizen steigt um 2 Mio. t auf 747,2 Mio. t, insbesondere aufgrund eines höheren Futterbedarfs in China. Da der Verbrauchsanstieg höher ausfällt als die Aufwärtskorrektur beim Angebot, korrigiert das USDA seine Prognose für die Weizenendbestände 2018/19 herunter um 0,6 Mio. t auf 267,5 Mio. t. Die Vorräte der EU zum Ende der laufenden Saison sieht das Ministerium unverändert bei 11,2 Mio. t.

Mais: Die globale Maisbilanz wird im Februar-Wasde etwas schwerer als noch im Dezember-Bericht erwartet. Die globale Produktion bleibt in etwa stabil bei 1,1 Mrd.t, dafür steigen die Anfangsvorräte auf 340,8 (Dezember-Bericht: 340,2) Mio. t. Der globale Verbrauch geht leicht zurück um 0,7 Mio. t, dafür steigen die Exporte um 0,9 Mio. t auf 167,4 Mio.t. Die globalen Endbestände 2018/19 klettern um 1 Mio. t nach oben auf 309,8 Mio. t.

In den USA allerdings sinkt die Produktionsprognose um 5,2 Mio. t auf 366,3 Mio. t. Gleichzeitig geht aber auch der Verbrauch zurück um 3,8 Mio. t auf 315,4 Mio. t. Die Exporte stagnieren auf dem Dezember-Niveau von 62,2 Mio. t. Die US-Endvorräte gehen um 1,2 Mio. t zurück auf 44,1 Mio. t. Mehr Mais erwartet das USDA in Argentinien (plus 3,5 Mio. t auf 46 Mio. t), der Ukraine (plus 0,5 Mio. t auf 35,5 Mio. t) sowie in China (plus 2,3 Mio. t auf 257,3 Mio. t). Auch für die EU ergibt sich ein leichter Produktionsanstieg auf 60,7 (60,4) Mio. t. Exportseitig legen die Erwartungen in der Ukraine um 0,5 Mio. t auf 28,5 Mio. t zu – dem stehen 18 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2017/18 gegenüber. Dabei lässt das USDA die Importprognose für die EU stabil zum Dezember-Report bei 21 Mio. t. Dem stehen 18,4 Mio. t 2017/18 gegenüber. Die EU-Maisendbestände 2018/19 sieht das USDA nur um 0,1 Mio. t ansteigen auf 6,9 Mio. t – das bedeutet ein Bestandsabbau gegenüber Vorjahr um 3 Mio. t.

Sojabohnen: Die Prognose für die weltweite Produktion von Sojabohnen 2018/19 sinkt im Februar-Wasde gegenüber dem Dezember-Report um 8,3 Mio. t auf knapp 361 Mio. t. Die globalen Endbestände gehen zurück auf 106,7 (115,3) Mio. t. Die weltweite Nachfrage fällt um 2,1 Mio. t auf 349,4 Mio. t, die Exporte gehen zurück auf 154,4 (156,1) Mio. t.

Weniger Sojabohnen erzeugen sollen die USA mit 123,7 (125,2) Mio.t. Die US-Exporte sieht das USDA nur um knapp 0,7 Mio. t sinken auf 51 Mio. t. Die Endbestände in den USA gehen zurück auf 24,8 (26) Mio. t. In Argentinien kürzt das USDA die Ernteprognose um moderarte 0,5 Mio. t auf 55 Mio. t, in Brasilien um 5 Mio. t auf 117 Mio. t. Die Exporte aus Argentinien sieht das USDA bei 6.3 (5) Mio. t und in Brasilien bei 79,5 (81) Mio. t. Die Importe Chinas schätzt das USDA 2 Mio. t kleiner als im Dezember-Bericht auf 88 Mio. t, während die EU-Sojaimporte bei 15,8 Mio. t stabil bleiben.

 

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