USDA-Monatsbericht

Russland liegt uneinholbar an der Spitze

Im April-Report Wasde schraubt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die globale Weizenproduktion und die Bestände erneut nach oben. Russland exportiert soviel Weizen wie noch nie. Argentinien weint um seine schwache Sojabohnenernte. Südamerika verliert im globalen Maishandel.

 

Weizen: Was viele nicht für möglich gehalten haben, bestätigt das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) heute in seinem April-Report Wasde: Die russischen Weizenexporte 2017/18 klettern nochmals um 1 auf 38,5 Mio. t gegenüber dem Vormonat. Vor einem Jahr exportierte Russland 10 Mio. t weniger. Die Enttäuschung in der EU ist hingegen groß: In ihrer April-Prognose gehen die USDA-Analysten davon aus, dass die EU-Länder im in drei Monaten auslaufenden Wirtschaftsjahr 2017/18  insgesamt 24 Mio. t Weizen exportieren dürften. Das sind erneut 1 Mio. t weniger als vor einem Monat geschätzt. Gegenüber 2016/17 entspricht dies einem Rückgang um 23 Prozent.

Die US-Weizenexporte taxiert das USDA unverändert auf rund 25 Mio. t, die US-Bestände werden geringfügig auf knapp 29 Mio. t Weizen angehoben.

Reaktionen der Börse in Chicago

In der ersten Stunde nach Veröffentlichung des Wasde-Reports über das weltweite Angebot und die Nachfrage der wichtigen Agrarprodukte geben die Weizennotierungen im überschaubaren Rahmen nach. Der Frontmonat liegt bei 4,90 US-$/bushel. Die Sojabohnen-Futures an der Chicagoer Börse (CBoT) gönnen sich einen Freudensprung und legen gegenüber dem Schlusskurs am Montag um 11 Cent auf 10,58 US-$/bushel zu. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) erwartete größere Crushmengen sowie eine geringere Aussaatfläche in den USA in diesem Jahr. Bei den US-Sojabohnenexporten sehen die USDA-Analysten bislang noch keinen Anlass, diese zu korrigieren. Sie dürften auf die ausstehenden Verhandlungen zwischen China und den USA setzen, um einen Handelsstreit und Strafzölle zu verhindern. Die US-Sojabohnenbestände werden leicht abgesenkt.

Verhalten reagieren die Teilnehmer an der CBoT auf die leicht reduzierten globalen Maisbestände im April-Wasde sowie eine geringere Maisproduktion. Der Frontmonat steigt nach der Bekanntgabe der April-Zahlen leicht auf 3,91 US-$/bushel.

Aus globaler Sicht hält der April-Report eine weitere kleine Überraschung parat. Die weltweite Weizenproduktion erklimmt eine neue Rekordhöhe von 759,8 Mio. t Weizen. Vor allem Marokko wartet mit einer höheren Erzeugung auf, nach dem Dürrejahr 2016/17. Interessant ist, dass die USDA-Analysten den globalen Weizenverbrauch anheben auf 743 Mio. t. Mehr Weizen verbrauchen die EU-Länder sowie Indonesien, dafür sinkt der Bedarf in den USA, Iran und Indien. Am Ende türmen sich die globalen Bestände auf knapp 271 Mio.  t Weizen 2017/18. Mit dieser Prognose dürften einige Preisfantasien bei Weizen hinfällig werden.

Mais: Weniger Exportchancen als bisher müssen sich nach dem heutigen Wasde-Report bei Mais Brasilien mit 33 Mio. t und Argentinien mit 24 Mio. t ausrechnen. Ursache sind eine kleinere Ernte in beiden Ländern. Argentiniens Maisernte stuft das USDA um 3 auf 33 Mio. t herab, in Brasilien sind es 2,5 auf 92 Mio. t in 2017/18. Einen geringeren Importbedarf an Mais haben 2017/18 der Iran, Malaysia, Mexiko und Chile, heißt es im Wasde-Bericht. Die globalen Maisbestände sinken auf 197,8 Mio. t gegenüber 199 im Monat März. In den USA bleibt es bei den bisherigen Maisexporten in Höhe von 56,5 Mio. t. Das USDA rechnet sogar mit einem leichten Bestandsaufbau, da der US-Inlandsverbrauch zurückgeht.#

Sojabohnen: Argentinen weint in der laufenden Ernte um seine Sojabohnen. Das USDA nimmt eine radikale Korrektur vor. Das südamerikanische Land dürfte noch 40 Mio. t ernten, das wären 7 Mio. t weniger als noch vor vier Wochen angenommen. Die Exporte schrumpfen auf 4,2 (6,8) Mio. t. Die Bestände in Argentinien sinken um knapp 3 auf 28,5 Mio. t Sojabohnen.

In Brasilien ist die Freude hingegen groß. Dort könnten derzeit rund 115 Mio. t und damit 2 Mio. t mehr Sojabohnen geerntet werden.

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