Wasde-Report

Bärenfutter für den Weizenmarkt


Über flaue Weizenexporte in den USA und in der EU, eine riesige Maisernte in der Ukraine und eine weiter wachsende Sojaernte in Brasilien berichtet heute das USDA. Die Börse reagiert gemischt.

 

Weizen: Analysten hatten im Vorfeld des Dezember-Wasde des US-Landwirtschaftsministeriums vor allem Änderungen in den Endbeständen erwartet, ohne allerdings eine einheitliche Richtung zu nennen. Das USDA hat geliefert, und zwar im Vergleich zu den Vormonatszahlen steigende Bestände sowohl in den USA als auch global.

In den USA sind flaue Exporte der Grund, dass die Vorräte 2018/19 höher ausfallen werden als vor einem Monat geschätzt. In der globalen Weizenbilanz hat das USDA die Erntezahl für Kanada erhöht. Damit werden weitgehend die Einbußen ausgeglichen, die in Australien vorgenommen worden sind. Damit bleibt es bei einer globalen Weizenerzeugung 2018/19 von 733 Mio. t. Da der Verbrauch mit 745 Mio. t höher liegt, sinken die Bestände im Vergleich zum Vorjahr zwar um 12 Mio. t auf 268 Mio. t. Allerdings war das USDA im Vormonat von einem noch stärkeren Bestandsabbau ausgegangen.

Auch die Exporte hat das USDA im Vergleich zum Vormonat korrigiert. Russland soll 2018/19 sogar noch 1,5 Mio. t mehr Weizen exportieren und bei 36,5 Mio. t landen. Allerdings geht das Ministerium davon aus, dass die Weizenlieferungen vom Schwarzen Meer nach dem Jahreswechsel nachlassen werden. Um jeweils 1,0 Mio. t im Vergleich zum Vormonat senkt das USDA dagegen die Weizenexporte der EU auf nur noch 22,0 Mio. t und Australiens auf nur 10,5 Mio. t.

Börsenreaktionen
Am meisten Eindruck machen im Dezember-Wasde die Anhebungen der Weizenendbestände sowohl in den USA als auch global. Denn einige Analysten hatten im Vorfeld auch auf eine engere Weizenbilanz spekuliert. Deswegen ist der Börsenkurs in Chicago unter Druck geraten. Dezember-Weizen hat nach Bekanntgabe der USDA-Zahlen umgerechnet etwa 1,50 €/t verloren. Eine kleine Bewegung nach oben zeigen dagegen die Kurse für Mais und Soja. Hier hatten die Börsenbeobachter allerdings bereits darauf hingewiesen, dass erst der Januar-Wasde wirklich neue Erkenntnisse für die Märkte bringen dürften.
Mais: Enger versorgt ist 2018/19 der globale Maismarkt, wenngleich das USDA einen nicht ganz so starken Abbau der Endbestände vorhersagt wie vor einem Monat. Grund ist, dass die Ernteschätzung für die Ukraine noch einmal angehoben worden ist auf jetzt 35 Mio. t. Das USDA weist darauf hin, dass die aktuelle Ertragsprognose den bisherigen Rekord von 2016/17 um fast 20 Prozent übertreffen würde.  Damit kann die Ukraine in dieser Saison 28 Mio. t Mais exportieren. Außerdem hat das USDA wegen einer angehobenen Maisernte in Rumänien die EU-Maisernte im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Mio. t auf mehr als 60 Mio. t erhöht. Diese Anpassungen nach oben gleichen die Rückgänge aus, die das USDA vor allem in Südafrika registriert. In den USA rechnet das USDA in den USA 2018/19 mit einem geringeren Maisverbrauch als bisher geschätzt in den Ethanolwerken. Deswegen könnten dort die Endbestände etwas reichlicher ausfallen als bisher geschätzt. Genauere Daten werden nach Einschätzung der Analysten aber erst dann vorliegen, wenn im Januar die Ergebnisse der Erhebungen zu den Vorräten Stand 1. Dezember 2018 in den USA ausgewertet sind.

Soja: Die Prognosen für Angebot und Verbrauch von Sojabohnen in den USA sind für 2018/19 gegenüber dem Vormonat unverändert. Das heißt: es bauen sich in den USA drückende Endbestände von 26 Mio. t Bohnen auf, weil China kaum noch Ware aus den USA bezieht. Global hat das USDA die Schätzung für die Erzeugung 2018/19 auf gut 369 Mio. t angehoben – das sind noch einmal 28 Mio. t mehr als das bereits üppige Vorjahresergebnis. Allein in Brasilien wird die Sojaproduktion im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 1,5 Mio. t auf 122 Mio. t ansteigen. Selbst ein höherer globaler Verbrauch nimmt dieses riesige Angebot nicht auf. Deswegen werden die globalen Sojavorräte 2018/19 nach der aktuellen USDA-Schätzung auf mehr als 115 Mio. t anwachsen. Brasilien kann allerdings vom  Handelskonflikt zwischen den USA und China profitieren. Das USDA rechnet mit brasilianischen Sojaexporten 2018/19 von 81 Mio. t – das sind 4 Mio. t mehr als im Vormonat geschätzt und fast 5 Mio. t als im Vorjahr. Deutlich schwächer schätzt das USDA dagegen die argentinischen Sojaexporte ein.

 

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