Wasde-Report

Russland bleibt Exportweltmeister


Detail vom Gebäude des US-Landwirtschaftsministeriums in Washington.
USDA
Detail vom Gebäude des US-Landwirtschaftsministeriums in Washington.

Weltweit steigt die Weizenerzeugung im neuen Wirtschaftsjahr 2019/20. Höhere Weizenbestände drücken auf die Börsenkurse. Der aktuelle Wasde-Report rechnet mit einer kleineren Sojabohnenernte in den USA.

Für alle großen Weltweizenproduzenten erwartet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) in seinem ersten Ausblick für das neue Wirtschaftsjahr 2019/29 eine größere Ernte als im Vorjahr. Im aktuellen Wasde-Report für Mai geht das USDA von einer globalen Weizenerzeugung von 777,5  Mio. t aus. Das wären 46 Mio. t Weizen mehr als im Vorjahr 2018/19. Freuen dürfen sich die EU, Argentinien Australien Kanada sowie Russland und die Ukraine über eine größere Ernte. Die europäische Weizenerzeugung könnte laut USDA fast 154 Mio. t erreichen, ein Plus von 17 Mio. t. Vergessen ist das Dürrejahr 2018 mit seinen schwachen Erträgen in Deutschland und einigen anderen EU-Ländern. In Russland wächst eine Ernte von 77 (Vorjahr: 71,7) Mio. t heran, heißt es im Mai-Wasde. Die US-Analysten sehen im Mittleren Osten eine größere Weizenerzeugung vor allem im Iran und Irak, wo es geregnet hat. Hingegen dürfte die Ernte in Syrien und in der Türkei auf Vorjahresniveau liegen.

Der weltweite Weizenhandel nimmt im kommenden Vermarktungsjahr 2019/20 wieder Fahrt auf und übertrifft das Vorjahr um 4 Prozent auf 184,6 Mio. t Weizen. Den Spitzenplatz in der Exportrangliste dürfte laut Wasde, Stand Mai, im dritten Jahr in Folge Russland mit einer Exportmenge von schätzungsweise 36 Mio. t für das neue Vermarktungsjahr 2019/20 einnehmen. Allerdings wären das 1 Mio. t Weizenausfuhren weniger als in der laufenden Saison. Der EU trauen die US-Auguren Weizenexporte ab Juli 2019 in Höhe von 27 Mio. t Weizen zu, das wären 3 Mio. t als in der laufenden Saison. Bleibt die spannende Frage nach der Bestandsentwicklung von Weizen im neuen Wirtschaftsjahr 2019/20: Das USDA weist im Mai-Wasde in seiner ersten Hochrechnung einen Anstieg der globalen Vorräte um 18 Mio. t oder 7 Prozent auf 293 Mio. t gegenüber Vorjahr aus, das wäre wieder ein Rekord. Damit die chinesischen Zahlen nicht das Bild verzerren, legt das USDA in seiner Wasde-Statistik erstmals die Zeile „Weizenbestände ohne China“ an: In diesem Fall türmen sich die Bestände für 2019/20 auf 146,8 Mio. t, das wären knapp 12 Mio. t mehr Weizen als im Vorjahr. Die großen Vorräte kommen trotz eines steigenden Weizenverbrauchs zustande.

China dehnt Sojabohnenanbau aus

Sojabohnen: Die globalen Sojabestände dürften 2019/20 mit 113 Mio. t fast auf Vorjahresniveau verharren. Ausführlich beschreibt das USDA im Wasde die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China. Hieraus ergibt sich eine nachlassende Nachfrage nach pflanzlichen Proteinen zur Tierfütterung, weil Millionen Schweine in China wegen der ASP gekeult werden. Wegen des Handelsstreits zwischen China und den USA und den damit verbundenen Einfuhrzöllen auf US-Sojabohnen wollen die Chinesen den Sojaanbau im eigenen Land leicht auf 17 Mio. t ausbauen. Der Importbedarf Chinas nach Sojabohnen dürfte laut USDA 2019/20 ebenfalls um 1 auf 87 Mio. t steigen.

USA exportieren mehr Sojabohnen 2019/20

In seinem ersten Ausblick 2019/20 könnten laut USDA die Sojabohnen-Bestände in den USA marginal schrumpfen. Das USDA erwartet einen Produktionsrückgang von Sojabohnen in den USA um 10 auf rund 113 Mio. t in 2019, da die US-Farmer weniger Flächen bestellen. Die Ausfuhren für US-Sojabohnen fallen mit 53 Mio. t positiv aus. Die globale Produktion von Sojabohnen sieht das USDA für 2019/20  bei 355,6 Mio. t, das wäre ein Rückgang um 6,4 Mio. t. Ursächlich dürften die USA, Kanada, und Argentinien weniger Sojabohnen ernten, was teilweise durch Brasilien ausgeglichen werden könnte. In diesem südamerikanischen Land ist eine Ernte von 123 Mio. t Sojabohnen angesagt, das wären 6 Mio. t mehr aufgrund einer größeren Anbaufläche und höheren Erträgen als im Vorjahr. Argentiniens Ernte stuft das USDA für 2019/20 um 3 auf 53 Mio. t herunter. China dürfte nicht zuletzt wegen des Handelsstreits mit den USA seine Produktion von Sojabohnen leicht auf 17 Mio. t anheben, der Importbedarf beträgt 87 Mio. t und damit ebenfalls nur 1 Mio. t weniger als 2018/19. Eine größere Rapsernte wird im Wasde-Report für Australien und die Ukraine ausgewiesen. Für die EU und Indien heißt es dagegen beim Raps Daumen runter.

Ohne China steigen die Maisbestände 2019/20

Mais: Einen höheren Inlandsverbrauch von Mais bescheinigt der Wasde den USA  in 2019/20 bei einem marginal rückläufigem Exportgeschäft auf 57,8 Mio. t. Erneut dürften Argentinien (32,5 Mio. t) und Brasilien (34 Mio. t) den Exportmarkt von Mais mit dominieren. Normale Verhältnisse dürften bei den Maislieferungen aus der Ukraine einkehren. Nach der großen Ernten 2018 stiegen die Maisexporte im laufenden Wirtschaftsjahr 2018/19 auf 29,5 Mio. t Mais. Nun könnte es 2019 wieder zu einer normalen Maisproduktion in Höhe von 33 Mio. t in der Ukraine kommen und die Exporte dürften sich bei 27 Mio. t einpendeln, heißt es im Wasde.

Weil in den USA das Angebot an Mais mit 382 Mio. t den Verbrauch 2019/20 übertrifft, dürften in den USA die Maisbestände um beachtliche 10 auf 63 Mio. t anschwellen. Das wären die höchsten Bestände in den USA seit 1987/88.

Nach allen Zahlen, die das USDA aus den Weltregionen zusammengetragen hat, ergibt sich für 2019/20 eine globale Maiserzeugung von knapp 1,13 Mrd. t Mais, fast so hoch wie im Vorjahr. Die Produktion steigt in den USA (382 Mio. t), Südafrika (14 Mio. t) , Russland (13 Mio. t), Kanada, Indien und Brasilien. Weniger dürften China und die Ukraine ernten. Auf Maiseinfuhren angewiesen sind China, der Iran, Kenia, Saudi Arabien, die Türkei, Mexiko und Vietnam. Die globalen Maisbestände sinken um rund 11 auf 314 Mio. t zum Ende des Wirtschaftsjahres 2019/20, was auf den ersten Blick auf einen Rückgang in China zurückzuführen ist. In der neuen Rubrik "globale Maisbestände 2019/20 ohne China" steigen die Bestände jedoch um fast 7 Mio. t Mais 2019/20 auf 123 Mio. t und sind damit so hoch wie zuletzt 2016/17.

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