Wasde-Report

USDA heizt Weizenkursen ein


Aus dem USDA-Gebäude in Washington gehen jeden Monat Impulse für die Agrarmärkte weltweit aus.
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Aus dem USDA-Gebäude in Washington gehen jeden Monat Impulse für die Agrarmärkte weltweit aus.

Das US-Agrarministerium USDA korrigiert in seinem Marktbericht „Wasde“ für Juni erwartungsgemäß die Prognose für die russische Weizenproduktion 2018 nach unten. Bei den US-Weizenendbeständen im laufenden Wirtschaftsjahr war das Ministerium sogar bullischer als der Markt.

Weizen: Die Prognose für die globale Weizenproduktion im kommenden Wirtschaftsjahr 2018/19 senkt das US-Agrarministerium um rund 3,1 Mio. t auf 744,7 (Vormonat: 747,8) Mio. t. Das geht aus dem neuen Marktbericht „Wasde“ für Juni von Dienstagabend hervor. Der globale Weizenverbrauch sinkt ebenfalls um gut 3 Mio. t auf 750,9 Mio. t. Die Exportprognose kappen die Marktanalysten in Washington um 1,1 Mio. t im Vormonatsvergleich auf 187,3 Mio. t. Da Verbrauch und Handel zurückgehen und gleichzeitig die globalen Anfangsvorräte zum Start des Wirtschaftsjahres gut 2 Mio. t höher ausfallen als im Vormonat, fallen jedoch die globalen Endvorräte mit 266,2 Mio. t knapp 2 Mio. t höher aus als noch im Mai geschätzt. Doch gegenüber der noch laufenden Saison 2017/18 mit Endvorräten von 272,4 Mio. t ist das immer noch ein Bestandsabbau.

Börsenreaktionen

Besonders deutlich um knapp 16 ct/Bushel zu den vorderen Terminen legen die Futures auf SRW-Weizen in Chicago in der ersten Stunde nach Veröffentlichung des Juni-Wasde zu. Der Grund: Mit den kleineren Zahlen für die US-Endbestände an Weizen im Wirtschaftsjahr 2017/18 hat das USDA die Erwartungen des Marktes im Vorfeld der Veröffentlichung übertroffen und die Bilanz noch enger geschätzt, als Analysten prognostiziert hatten. Auch die Hartweizen-Futures können deutlich zulegen. Die Pariser Weizennotierungen drehen auch ins Plus und legen sowohl zum Termin September als auch zum Dezember-Kontrakt um 2 €/t gegenüber Vortag auf 183 €/t beziehungsweise 184,75 €/t zu. Die Mais-Futures in Chicago und der Sojakomplex mit Ausnahme des Öls steigen zunächst ebenfalls, wenn auch nicht so deutlich wie der Weizenmarkt. Die Pariser Raps-Futures lassen die positiven Impulse aus Übersee kalt: Sie beenden den Dienstag mit leichten Verlusten.

Die Abwärtskorrektur für die globale Weizenernte im kommenden Wirtschaftsjahr 2018/19 geht zu guten Teilen auf das Konto von Russland. Die russische Produktion beziffert das USDA mit 68,5 Mio. t statt der im Vormonat erwarteten 72 Mio. t und bewegt sich somit auf einer Linie mit Prognosen aus Russland selbst. Dort setzt Trockenheit den Beständen zu. Entsprechend schrumpft das Exportpotential Russlands auf 35 (36,5) Mio. t, nach noch 40,5 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr. Trockenheitsbedingt senkt das USDA auch seine Prognose für die EU-Weizenernte, und zwar um 1 Mio. t im Vormonatsvergleich auf 149,4 Mio. t. Exporte und Endbestände blieben auf dem Vormonatsniveau von 29 Mio. t beziehungsweise 10,5 Mio. t. In allen anderen wichtigen Produzentengebieten weltweit blieben größere Anpassungen in der US-Bilanz aus.

Überraschend für manch einen Beobachter hat das USDA zwar seine Prognose für die US-Weizenproduktion im kommenden Wirtschaftsjahr leicht erhöht. Da aber gleichzeitig die Weizenendbestände 2017/18 in den USA noch geringer ausfallen als von Analysten im Vorfeld der Veröffentlichung erwartet, reagiert die Börse in Chicago direkt nach Vorlage der Wasde-Zahlen mit deutlichen Zugewinnen.

Mais: Da US-Mais derzeit am Weltmarkt stark gefragt ist, senkt das USDA seine Prognose für die Endbestände in den USA im noch laufenden Wirtschaftsjahr. Die Börse in Chicago quittiert dies mit grünen Zahlen. Im kommenden Wirtschaftsjahr 2018/19 wird die weltweite Maisbilanz ebenfalls kleiner als noch im Mai erwartet. Die Prognose für die Endvorräte senkt das USDA auf 154,7 (159,2) Mio. t. Die globale Ernte fällt rund 4 Mio. t kleiner aus als im Mai-Wasde und soll nun 1, 052 Mrd. t betragen. Die Abwärtskorrektur geht fast vollständig auf das Konto der früheren Sowjet-Staaten, wie das USDA sie im Wasde bezeichnet, und dort insbesondere auf das Konto von Russland. Für die Ukraine bleibt die Prognose nämlich stabil bei einer Ernte von 30 Mio. t. Landwirte in der EU sollen, wie schon im Vormonat, 61 Mio. t Mais einfahren. Da der Verbrauch um 1 Mio. t gegenüber der Mai-Prognose anzieht, sollen auch die Endbestände um 1 Mio. t zurückgehen auf 6,1 Mio. t.

Sojabohnen: Während in den USA die Endbestände für Sojabohnen sowohl für 2017/18 als auch für 2018/19 sinken, weil sich ein höherer Crush 2017/18 in beiden Bilanzen auswirkt, wird das globale Angebot an Sojabohnen etwas größer. Die Prognose für die weltweite Produktion steigt leicht im Vormonatsvergleich auf 355,2 (354,5) Mio. t. Die Endbestände steigen um moderate 0,3 Mio. t auf 87 Mio. t. Die Ernte in Brasilien soll mit 118 Mio. t noch einmal um 1 Mio. t höher ausfallen als im Vormonat geschätzt. Damit stößt Brasilien die USA mit 116,5 Mio. t als Top-Sojaproduzent weltweit vom Thron. Die US-Exporte 2018/19 lässt das USDA – allen Handelsquerelen mit China zum Trotz, stabil zum Vormonat bei 62,3 Mio. t, was gut 6 Mio. t mehr wären als im Vorjahr.

 

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