Weizen

Erneut Rekordernte in Argentinien


Zum zweiten Mal in Folge fährt das südamerikanische Land eine historische Weizenernte ein. Die Erträge liegen allerdings unter denen aus dem Vorjahr.

Trotz teilweise ungünstiger Witterungsbedingungen mit Sturm, Hagel und Starkregen zum Ende der Kampagne konnte die argentinische Landwirtschaft in diesem Jahr so viel Weizen ernten wie nie zuvor. Die Getreidebörse in Buenos Aires beziffert das Endergebnis auf 19 Mio. t. Das sind 1,25 Mio. t (7,0 Prozent) mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017/18. Rekorderträge wurden bei Gerste gedroschen.

Zollpolitik macht Weizenanbau attraktiver

Gefördert wurde der Weizenanbau durch eine Änderung der Zollpolitik der argentinischen Regierung. Die Absenkung der Exportzölle für Weizen verbesserte die Wettbewerbsfähigkeit zur Sojabohne. Zwar wurden durch die Haushalts- und Wirtschaftskrise des Landes die Zölle im vergangenen Jahr wieder angehoben, grundsätzlich hält die Regierung aber an ihrem Kurs fest, Anreize zur Steigerung der Produktion und des Exportes von Weizen zu erhöhen.

Anbaufläche wächst seit mehreren Jahren

Das neue Rekordergebnis ist auf eine deutliche Ausweitung der Anbaufläche zurückzuführen, die um 8,8 Prozent auf 6,2 Mio. ha wuchs. Nach Totalverlusten von 115.000 ha, die vor allem durch Hagelschäden verursacht wurden, konnte eine Fläche von 6,085 Mio. ha geerntet werden. Die Erträge lagen mit 3,12 t/ha etwas niedriger als im Vorjahr (3,20 t/ha) und verfehlten die Rekorderträge aus der Saison 2011/12 mit 34,3 t/ha deutlich.

Dennoch ist in der argentinischen Landwirtschaft ein klarer Trend zu steigenden Erträgen erkennbar. In den vergangenen fünf Jahren wurden im Durchschnitt 31,2 t/ha gedroschen, in den fünf Jahren davor waren es 29,9 t/ha und in der und in der Periode davor nur 26,2 t/ha. Gleichzeitig wächst die Weizenfläche seit einigen Jahren wieder an. 2001/2002 war noch auf 7 Mio. ha Weizen angebaut worden. Bis 2009/2010 schrumpfte der Weizenanbau auf 3,33 Mio. ha.

Freude über hohe Gerstenerträge

Freuen dürfen sich die argentinischen Landwirte über einen Rekordertrag bei Gerste, der gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf 4,33 t/ha stieg und damit das bisher beste Ergebnis aus dem Jahr 2010/11 leicht übertraf. Dank einer Ausweitung der Anbaufläche von 11,1 Prozent auf 1,0 Mio. ha stieg die Erntemenge um 17,1 Prozent auf 4,1 Mio. t. Die Rekordernte von 2012/13 mit 5,0 Mio. t wurde damit zwar klar unterschritten, die Fläche war damals mit 1,578 Mio. ha aber auch deutlich größer.

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