Zuckermarkt

Rübenbauern wollen faire Preise statt "Almosen"


Die Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenbauern halten nichts von den Zahlungen des Staates an dürregeschädigte Landwirte. Die Trockenheit macht eine Verschiebung des Kampagnenbeginns wahrscheinlich.

Die Wasservorräte gehen kurz vor Beginn der Rübenernte zur Neige. Damit wird sich auch der Erntestart von nach hinten verschieben. Aktuell geht man noch von einem Kampagnenbeginn Mitte September aus. Der hessisch-pfälzische Zuckerrübenanbauerverband will mit der Südzucker AG über eine Verschiebung der Anlieferung sprechen. 

Auch über die Rübenpreise müsse man sprechen. „Wenn kaum einer die vertraglich vereinbarten Mengen erreichen kann, werden wir enorme Probleme bekommen“, sagte Verbandsvorsitzende Walter Manz und fügte auf die in Aussicht gestellten Hilfszahlungen des Staates hinzu: „Wir wollen keine Subventionen, sondern von unseren Produkten wie alle anderen Bereiche der Gesellschaft leben können. Wir brauchen Preise, die uns nicht nur Einkommen, sondern auch Investitionen in die Zukunft ermöglichen.“

Die Zuckerrübenanbauer haben vor wenigen Wochen die Verträge für 2019 mit den Zuckerunternehmen abgeschlossen. Die Preise sind derzeit im Sinkflug, weil Indien und Thailand enorme Mengen an Zucker zusätzlich auf den Markt gebracht haben. Bislang war Indien ein großer Netto-Zuckerimporteur. Mit dem Wegfall der Zuckerquoten vor einem Jahr ist der EU-Markt von einem enormen Preissturz gekennzeichnet. Manz beklagt den starken Wettbewerb in Europa, der durch direkte Zahlungen an die Rübenanbauer wie es einige EU-Länder anwenden,  massiv verzerrt werde. So dränge man letztlich die Anbauer in den besten und eigentlich wettbewerbsfähigsten Anbaugebieten, zu denen auch Deutschland gehört, ins Abseits, beklagt Manz. „Wenn wir jetzt über Geld wegen der Trockenheit reden, dann müssen wir vielmehr über diesen unfairen Wettbewerb in der EU sprechen. Die Bundesministerin hat hier eine große Aufgabe, diesen zu beenden.“



Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats