Olaf Schultz zur Bilanz 2020

Landtechniksektor trotzt der Pandemie

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Die deutschen Agrarmaschinenhersteller bieten der Coronakrise erfolgreich Paroli. Spiegelbild dessen sind die optimistischen Zahlen für 2020.

Mit rund 8,6 Mrd. € bewegt sich der Umsatz knapp unter der Rekordmarke 2019. Auch der Start in das neue Jahr steht für die Geschäfte mit Traktoren, Mähdreschern und Co unter guten Vorzeichen. Die Branche ist zuversichtlich, an den soliden Geschäftsverlauf 2020 anknüpfen zu können.

So geht der Branchenverband VDMA Landtechnik davon aus, dass das Investitionsprogramm Landwirtschaft der Bundesregierung mit der ‚Bauernmilliarde‘ eine nachhaltige Strahlkraft auf den Kauf von innovativer Dünge- und Pflanzenschutztechnik haben wird. Vor allem im 1. Halbjahr 2021 dürfte das Programm den Technikanbietern in die ‚heimischen Karten‘ spielen. Mit 75 Prozent weist die Branche jedoch eine sehr hohe Exportquote auf. Der Trend zur Digitalisierung und Nachhaltigkeit ist in wichtigen Agrarregionen weltweit angekommen, sodass Smart Farming und damit auch Investitionsentscheidungen an Bedeutung gewinnen. So hat die russische Landwirtschaft etwa weiter einen anhaltend hohen Mechanisierungsdruck. Einer der stärksten Absatzmärkte dürften 2021 die USA sein; das dort geschnürte Agrar-Konjunkturpaket von rund 37 Mrd. US-$ ist dreimal so hoch wie sonst üblich. Profitieren werden davon auch deutsche Landtechnikhersteller.

Natürlich lebt der Agrarmaschinensektor nicht auf einer Insel der Glückseligen und florierende Geschäfte rund um den Globus sind kein Selbstläufer. Vielmehr stehen die Maschinen ‚Made in Germany‘ für technische Innovationen auf hohem Niveau. Egal ob Full-Liner oder Familienunternehmen – dieser Technologievorsprung sollte Ansporn sein, diesen Vorsprung nach der Pandemie auszubauen.
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